Erstellt am 15. November 2011, 09:13

Wifo: Österreichs BIP-Wachstum im 3. Quartal auf 0,3 % abgeschwächt. Das Wachstum der heimischen Wirtschaft hat sich im dritten Quartal erwartungsgemäß deutlich abgeschwächt.

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Der reale Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verringerte sich gegenüber dem Vorquartal auf 0,3 Prozent, nach noch 0,5 Prozent Zuwachs im zweiten Vierteljahr. Im Jahresabstand bremste sich das Wachstum im Zeitraum Juli bis September von 3,9 auf 2,6 Prozent ab. Dies gab das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Dienstag in seiner Schnellschätzung bekannt.
 
Nachgelassen haben vor allem die Konjunkturimpulse aus dem Ausland, so das Wifo. Deshalb trugen die Außenwirtschaft und die Herstellung von Waren kaum mehr zum Wachstum bei. Bestimmt wurden die BIP-Zuwächse von den Ausrüstungsinvestitionen und vom Konsum.

 Nachdem die heimische Wirtschaftsleistung bereits im 2. Quartal deutlich an Dynamik eingebüßt hatte, setzte sich die Abschwächung im 3. Vierteljahr fort, erklärte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Dienstag zu seiner BIP-Schnellschätzung. Die Impulse aus dem Ausland hätten nachgelassen, allerdings sei der Export gegenüber dem Vorquartal real noch immer um 0,6 Prozent ausgeweitet worden und der Import um 0,5 Prozent. Die Zunahme der Warenausfuhren habe mit real 1,2 Prozent jener der Wareneinfuhren entsprochen, so das Wifo.
 
Bestimmt wurde die Expansion der heimischen Wirtschaft im 3. Quartal - von 0,3 Prozent im Quartals- und 2,6 Prozent im Jahresabstand - durch die Inlandsnachfrage. Der Konsum der privaten Haushalte wuchs wie schon im 2. Vierteljahr um real 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Ähnlich stark wurde mit 0,2 Prozent der öffentliche Konsum gesteigert.
 
Das Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen hatte sich bereits im 1. Quartal auf real 2 Prozent verringert, und diese Rate wurde auch im 2. und 3. Quartal beibehalten. "Die Unternehmen scheinen ihre Investitionen zwar zurückhaltend zu planen, der in der Krise entstandene Rückstand erfordert aber eine leichte Ausweitung der Ersatzinvestitionen", betont das Wifo.
 
Bei den Bauinvestitionen kam es im 3. Quartal zu einem Rückschlag, sie gingen um 0,3 Prozent zurück, nachdem sie im 1. Halbjahr erstmals seit langem wieder angestiegen waren (im 1. Vierteljahr real um 0,2 Prozent, im 2. um 0,3 Prozent). Von dem Rückschlag waren Wohnbau und Nichtwohnbau gleichermaßen betroffen. Die Bruttoanlageinvestitionen - also die Bau- und Ausrüstungsinvestitionen - wurden gegenüber der Vorperiode real um 0,6 Prozent ausgeweitet.
 
Das Nachlassen der Impulse aus dem Ausland wirkte sich laut Wifo vor allem auf die Warenproduktion aus: Im 3. Quartal betrug die reale Zunahme gegenüber der Vorperiode nur mehr 0,1 Prozent, nach noch +0,9% im 2. und +3,4 Prozent im 1. Vierteljahr).
 
Zum österreichischen BIP wird das Wifo am 9. Dezember im Detail Stellung nehmen. Die nächste Konjunkturprognose der Institute für 2012 und 2013 (Winterprognose) ist für 21. Dezember geplant.
 
Anders als in Österreich hat sich das BIP-Wachstum beim Haupthandelspartner Deutschland im 3. Quartal beschleunigt: Es legte preis-, saison- und kalenderbereinigt zum Vorquartal um 0,5 Prozent zu, gab am Dienstag das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bekannt. Im 2. Quartal hatte das BIP-Plus in Deutschland 0,3 Prozent betragen statt ursprünglich berechneter 0,1 Prozent.