Erstellt am 28. September 2012, 11:32

Wifo und IHS senken BIP-Prognosen für 2013. Die Experten des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) und des Instituts für Höhere Studien (IHS) haben ihre Konjunkturprognosen für Österreich für 2013 gegenüber der letzten Vorschau vom Sommer zurückgenommen.

Statt wie bisher von 1,3 bzw. 1,7 Prozent gehen die Institute in ihrer aktuellen Herbst-Prognose nunmehr von einem Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr von 1,0 bzw. 1,3 Prozent aus.

Betont wird die hohe Unsicherheit der Prognose. Österreich werde dennoch zu den "Wirtschaftsmotoren" im Euroraum zählen. Nach 2,7 Prozent realem BIP-Plus im Vorjahr werden für das laufende Jahr 2012 unverändert 0,6 bzw. 0,8 Prozent Wachstum erwartet.

"Verbessert sich die Wirtschaftslage schneller als erwartet, dann könnte sich das Vertrauen der Marktteilnehmer festigen und das Wachstum nächstes Jahr kräftiger ausfallen", betont das IHS am Freitag bei der Vorlage der Herbst-Prognose. Letztlich sei dafür eine konsequente Politik zur Beseitigung der fiskalischen und ökonomischen Ungleichgewichte im Euroraum unerlässlich. Auch das Wifo meint, dass sich das Umfeld in Europa so ändern könnte, dass die "aufwärtsgerichteten" Kräfte leicht zunehmen. Die binnenwirtschaftlichen Risiken für die heimische Konjunktur seien leicht positiv.

Begründet wird die Zurücknahme der Vorschau mit der Verschlechterung des internationalen Umfeldes. Österreichs Wirtschaft könne sich von der internationalen Dynamik nicht ganz entkoppeln. Für beide Institute stellen die Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise im Euroraum und deren Folgen nach wie vor die größten Risiken der Prognosen dar. In den letzten Wochen habe sich die Lage auf den Finanzmärkten wieder entspannt, dazu habe die EZB-Entscheidung, allenfalls Staatsanleihen notleidender Staaten unter Bedingungen aufzukaufen, beigetragen, betont das IHS, das weiter davon ausgeht, dass sich die Vertrauenskrise im Euroraum langsam zurückbildet.

Die Lage am österreichischen Arbeitsmarkt stellt sich für die Institute im internationalen Vergleich weiterhin günstig dar. Die Beschäftigungsdynamik sollte sich allerdings abschwächen und die Zahl der Arbeitslosen weiter ansteigen, so das IHS. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition sollte von heuer 7,0 Prozent auf 7,3 Prozent steigen, das Wifo erwartet einen Anstieg auf 7,4 Prozent. Nach Eurostat-Definition sollten es 4,8/4,6 Prozent werden, nach 4,4 Prozent in diesem Jahr.