Erstellt am 08. Januar 2013, 14:54

Windkraft wird massiv ausgebaut. Der Ausbau der Windkraft wird in Österreich wieder deutlich vorangetrieben. Im Jahr 2012 stieg die Erzeugungskapazität (installierte Leistung) um 27 Prozent bzw. rund 296 Megawatt (MW) auf 1.378 MW auf neue Rekorde.

Dauerbrenner Windkraft: Die Bürger sollen laut Stadtoberhaupt Franz Zwicker entscheiden, ob auf Herzogenburger Gemeindegebiet ein Windpark errichtet werden wird.HANS KOPITZ  |  NOEN
Im Jahr 2011 kamen nur 73,4 MW dazu. Für heuer rechnet die IG Windkraft mit einem Ausbau um weitere rund 150 Anlagen bzw. rund 420 MW auf 1.795 MW. Den stärksten Ausbau gibt es im Burgenland. Investiert wurden im Vorjahr österreichweit rund 500 Mio. Euro, heuer könnten es fast 700 Mio. Euro werden.

"2012 war ein gutes Jahr für die Windkraft", sagte IG-Windkraft-Geschäftsführer Stefan Moidl heute, Dienstag, in einer Pressekonferenz. Der Ausbau sei mit dem 2012 in Kraft getretenen Ökostromgesetz voll im Gang. Der Zubau des Jahres 2012 entspricht der Stromerzeugung für mehr als 180.000 Haushalte. Für die Förderung der Windkraft zahle ein Durchschnittshaushalt nicht mehr als 5 Euro im Jahr. Die gesamten Förderkosten (inklusive Ausgleichsenergie) lägen aktuell bei 60 bis 70 Mio. Euro. Bereits jetzt seien Anlagen mit einer Kapazität von rund 50 MW nicht mehr im Fördersystem, da dieses nur für 13 Jahre nach Errichtung gilt. In den nächsten zwei Jahren würden rund 150 MW nicht mehr gefördert, und ab 2015 würden pro Jahr rund 200 MW aus dem Regime entlassen.

Die Zahl der Anlagen werde 2013 bei 912 liegen, nach 763 im Jahr 2012. Damit könnten in einem Jahr rund 3,8 Mrd. Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt werden, das entspricht mehr als 6,5 Prozent des gesamten österreichischen Stromverbrauchs. Im Jahr 2012 waren es über 2,9 Mrd. kWh bzw. knapp 5 Prozent des Stromverbrauchs. Tatsächlich aus Windkraft erzeugt wurden im Vorjahr etwas unter 2 Mrd. kWh.

Die meisten Windräder wurden im Vorjahr im Burgenland aufgestellt, die installierte Leistung wuchs um rund 223 MW, das sind rund drei Viertel des Gesamtausbaus. Heuer sollen es weitere rund 218 MW werden. Das Burgenland, wo vor rund 15 Jahren praktisch kaum Strom erzeugt wurde, setzt massiv auf Windkraft. 1997 wurde der erste Windpark gebaut. Im Vorjahr macht die eigene Erzeugung bereits 71 Prozent des Stromverbrauchs aus, sagte Energie-Burgenland-Vorstandssprecher Michael Gerbavsits. Heuer könne das Burgenland rechnerisch "stromautark" werden.

Investiert hat die aus der Fusion von Bewag und Begas hervorgegangene Energie Burgenland bisher rund 400 Mio. Euro in die Windkrafterzeugung. Für das Ausbauprogramm 2013 bis 2014 sind weitere 258 Mio. Euro für Windparks und Netz vorgesehen.

Die meisten Anlagen werden den Prognosen des Branchenverbandes IG Windkraft zufolge in Niederösterreich stehen: Die installierte Leistung der 466 Anlagen in wird mit 832 MW erwartet. Im Burgenland dürften es heuer 359 Anlagen mit rund 830 MW Erzeugungskapazität werden.

Die CO2-Einsparung für alle Windparks beziffert die IG Windkraft mit 1,8 Mio. Tonnen pro Jahr für 2012 und mit 2,5 Mio. Tonnen pro Jahr für den erwarteten Bestand 2013.

Beschäftigt sind laut IG Windkraft beim Windkraftausbau - von den Fundamenten bis zu den Leitungen - heuer rund 5.000 Personen. Allein 2012 und 2013 würden rund 400 neue Dauerarbeitsplätze für Betrieb und Service geschaffen.

Die bewilligten Projekte könnten umgesetzt werden, betonte Moidl. Die künftige Entwicklung hänge von der Politik ab, etwa bezüglich der Festsetzung der Einspeisetarife. Positiv beurteilt wird die künftige vollständige Stromkennzeichnung, die im Zuge des in der Begutachtung befindlichen Energieeffizienz-Pakets geregelt wird. Österreich habe ein besonders effizientes und günstiges Fördersystem.

Christian Kjaer, Geschäftsführer des europäischen Windenergie Verbandes EWEA, betonte bei der heutigen Pressekonferenz, dass die Mittel für Öl- und Gasimporte in Europa investiert werden sollten. Gäbe es für keine Art der Stromerzeugung Subventionen, wäre die Onshore-Windkraft wettbewerbsfähig. Die Offshore-Windkraft sei in der Entwicklung zehn bis 15 Jahre hinter der Onshore-Windkraft.

Von 4. bis 7. Februar findet das weltweit bedeutendste Event der Windbranche, die "EWEA 2013", in Wien statt. Erwartet werden rund 10.000 Besucher aus 80 Ländern und mehr als 400 Aussteller.