Erstellt am 06. Dezember 2017, 13:26

von Redaktion noen.at

ÖBB sind fit für Eis und Schnee. Der Winter kann kommen ­– die ÖBB haben alle Vorbereitungen getroffen, der Winterdienst für über 1.000 Bahnhöfen ist bereit: Bei Bedarf sind bis zu 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Fahrgäste im Einsatz und sorgen für die Befahrbarkeit der Strecken.

ÖBB, Posch

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende und die ersten Schneeflocken sind gefallen. Um die Schiene fit für den Winter zu machen, haben die ÖBB bereits vor Wochen mit den professionellen Vorsorgearbeiten begonnen. Dazu gehört zum Beispiel die Überprüfung der Weichenheizungen sowie der Einsatzbereitschaft der Schneeräumgeräte. Auch mehr als 6.300 Brücken und rund 180 km Lawinen- und Steinschlagschutz werden auf ihre Wintertauglichkeit kontrolliert. Etwa 120 Techniker, Lehnenmeister und Lehnenarbeiter sorgen dafür, dass sich die Anlagen in einwandfreiem Zustand befinden.

Wenn Schnee, Eis, Wind und Kälte aufeinander treffen, kann es trotz zahlreicher getroffener Maßnahmen dennoch zu einzelnen Ausnahmesituationen kommen. Doch auch bei widrigen Wetterbedingungen sollen die Reisenden mit der Bahn zuverlässig und sicher ins Büro oder nach Hause kommen. Deshalb bereiten sich die ÖBB präventiv auf den Winter vor:

40 Millionen Euro pro Jahr für Winterdienst

Die ÖBB investieren jährlich rund 40 Millionen Euro in den Winterdienst. Bei Schneefall arbeiten bis zu 5.000 MitarbeiterInnen im Schichtbetrieb. Besonderes Augenmerk dabei liegt im Gleis- und Weichenbereich sowie an den Bahnsteigen. Die Teams vom ÖBB Winterdienst arbeiten bundesländerübergreifend und werden an den Orten eingesetzt, wo der Winter am stärksten seine Spuren hinterlässt.

Winterdienst ist oft „Handarbeit“

Schneepflüge, Schneefräsen und Schneebürsten sorgen in der Regel für schneefreie Gleise. Trotzdem steckt auch noch viel „Handarbeit“ im Winterdienst. Das Enteisen von Brücken und Tunnel, das Abschaufeln von Bahnsteigdächern, die Schneeräumung von Weichen oder auch die Säuberung der Spurrillen bei Eisenbahnkreuzungen müssen beispielsweise manuell durchgeführt werden.

Weichenheizung lässt Schnee und Eis schmelzen

Von rund 15.000 Weichen österreichweit sind rund 11.000 mit Weichenheizungen ausgestattet. Wenn Schnee und Eis wichtige Weichenverbindungen lahmzulegen drohen, werden die Weichenheizungen automatisch aktiv und bringen das Eis zum Schmelzen. Bei widrigen Witterungsverhältnissen mit zusätzlich starkem Wind und besonderer Kälte hat der Fahrdienstleiter zusätzlich die Möglichkeit, mit der sogenannten „Flugschneetaste“ Weichen für eine festgelegte Zeit dauerhaft zu beheizen, damit sie frei von Schnee und Eis bleiben.

Winterdienst auf mehr als 1.000 Bahnhöfen

Wenn es schneit, sind ÖBB Mitarbeiter und beauftragte Unternehmen bereits in den frühen Morgenstunden an den Bahnhöfen im Einsatz. Sie befreien täglich mehr als 1.000 Bahnhöfe und Haltestellen von Eis und Schnee – das entspricht einer Fläche von rund 3 Millionen Quadratmetern.

ÖBB, Posch

Die ÖBB setzen mit Investitionen in Lawinenverbauungen, Steinschlagschutznetze und Wildbachsperren auf Prävention statt auf punktuelle Gefahrenabwehr. Österreichweit werden von den ÖBB rund 165.000 Laufmeter Steinschlag- und Lawinenverbauungen betreut, rund 3.000 Hektar Felsflächen überwacht und rund 2.800 Hektar Schutzwälder bewirtschaftet. Datenbanken und geographische Informationssysteme unterstützen bei der Inspektion, Wartung, Instandsetzung und Erneuerung von Schutzbauten. Die Beteiligung und Initiierung von Forschungsprojekten garantiert zudem hohes technisches und wissenschaftliches Know-How.

Punktgenaue Wetterprognosen und ständige Verbesserungen

Da sich Wetterextreme häufen, ist es notwendig, schnell reagieren zu können, damit die Gleise frei bleiben und für Züge sicher befahrbar sind. Entscheidend für die Aktivierung der Einsatzkräfte ist die Wettervorhersage. Die ÖBB verfügen seit einigen Jahren über ein sehr genaues, betriebseigenes Wetter-Vorwarnsystem (Schneehöhe, Wind, Temperatur). Die Daten werden mit jenen der externen Dienstleister abgeglichen und ergänzt. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden die Bereitschaftsdienste organisiert und das Personal gegebenenfalls mobilisiert. Die Erfassung von Naturgefahrenpotenzialen ist auch die wichtigste Entscheidungsgrundlage für langfristige Präventivmaßnahmen und die Basis für die Planung von technischen Schutzmaßnahmen.