Erstellt am 17. Februar 2016, 05:59

von Bettina Eder

Wirtschaft kritisiert Wehrdienst-Verlängerung. 80 Facharbeiter gehen durch eine Verlängerung des Präsenzdienstes dem Burgenland verloren, kritisiert die Wirtschaft.

Unzufrieden. »Nicht auf dem Rücken unserer Facharbeiter von morgen«, kritisiert Franz Rumpolt die geplante Verlängerung des Wehrdienstes. Foto: zVg  |  NOEN, zVg/Erwin Muik
Die aktuelle Flüchtlingskrise und der Assistenzeinsatz des Bundesheeres könnte unerwartet die Jugend treffen. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil denkt laut über einen Vorschlag aus dem Vorjahr nach, den Wehrdienst zu verlängern.

„Mit dem Wehrdienst generell hat die Wirtschaft schon keine Freude, aber mit der Verlängerung noch viel weniger, da wir jetzt schon um jede Fachkraft kämpfen“, so Franz Rumpolt, Spartenchef für Gewerbe und Handwerk. Seine Sparte bildet die meisten Lehrlinge aus. Und diese werden durch den Wehrdienst derzeit sechs, dann auf acht Monate gebunden.

„Lehrlingsausbildung noch uninteressanter“

Etwa 500 männliche Lehrlinge beenden laut Rumpolt jedes Jahr ihre Lehre im Burgenland, davon gehen nur 20 Prozent zum Zivildienst. „Rechnet man die Arbeitszeit auf zwei Monate hoch, gehen dem Land permanent 80 Fachkräfte verloren. In ganz Österreich sind das 2.900“, so Rumpolt.

„Je länger er nicht im Arbeitsprozess ist, desto schwieriger ist es, bis er wieder integriert ist“, so Rumpolt weiter.

Das mache die Lehrlingsausbildung für viele Unternehmen weniger attraktiv und würde den ausgelernten, männlichen Lehrlingen burgenlandweit ca. 1,2 Millionen Euro an Lebenseinkommen (Nettolohn und Pensionsbeiträge durch Dienstnehmer und Dienstgeber) kosten, kritisiert Rumpolt weiter.