Erstellt am 15. April 2013, 12:40

Wirtschaft stockt weiter, Druck am Arbeitsmarkt. Die erhoffte Erholung der österreichischen Wirtschaft im ersten Quartal ist ausgeblieben, die Konjunktur befindet sich "in Wartestellung".

Wie Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer sagt, sei der Aufschwung des Bank-Austria-Konjunkturindikators im März unterbrochen worden. Auch das zweite Quartal begann aufgrund der "nicht optimalen Abhandlung der Zypernkrise" unter wenig günstigen Vorzeichen.

Die Bank erwartet für die ersten drei Monate ein leichtes Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,1 Prozent zum Vorquartal, damit sei "eine Rezession vom Tisch". Den Stillstand führt sie u.a. auf eine gegenläufige Entwicklung der Produzenten- und Konsumentenstimmung. Während sich die Lage am Arbeitsmarkt seit Monaten verfinstere, habe sich die Stimmung der Verbraucher auch im März weiter aufgehellt - dennoch liege das Konsumentenvertrauen unter dem langjährigen Durchschnitt, geht aus dem Konjunkturindikator hervor.

Der seit Mitte 2009 anhaltende Beschäftigungsanstieg sei im ersten Quartal zum Erliegen gekommen, die saisonbereinigte durchschnittliche Arbeitslosenquote stieg auf 7,4 Prozent. Von einer Trendwende am Arbeitsmarkt im Laufe des Jahres 2013 habe man sich "verabschieden müssen", die Prognose für die Arbeitslosigkeit wurde von 7,3 auf 7,5 Prozent angehoben. Damit werde sie im Vergleich zu 2012 (7,0 Prozent) "empfindlich" steigen. Aber auch die Beschäftigung soll um ein halbes Prozent etwas wachsen. Die Trendwende am Arbeitsmarkt erwarten die Bank-Austria-Ökonomen nun erst für 2014.

Österreich dürfte nach Ansicht der Bank-Austria-Ökonomen in den nächsten Monaten von der globalen Nachfrageerholung profitieren, was auch die Investitionstätigkeit stärken sollte. "Wir gehen davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte die österreichische Wirtschaft schon ganz beachtliche Wachstumsraten um rund ein halbes Prozent im Vergleich zum Vormonat aufweisen kann", so der Bank-Austria-Chefökonom. Für 2013 wird mit einem Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent in Österreich gerechnet.