Erstellt am 31. August 2015, 09:30

von APA Red

Wirtschaftliche Erholung in EU instabil. Das Wirtschaftswachstum in der EU bleibt mit 1,5 Prozent heuer deutlich unter dem der USA mit rund 2,4 Prozent und dem der Weltwirtschaft mit 3,1 Prozent, prognostiziert das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo).

 |  NOEN, APA (Archiv)

Seit Beginn der Finanzmarktkrise stagniert das BIP in der EU, während es in den USA, wo die Finanzkrise ihren Ausgang nahm, seit 2008 um 11 Prozent deutlich wuchs, so das Wifo am Montag.

Die Länder der Europäischen Union befinden sich demnach in einer instabilen Erholungsphase, so das Wifo. In Ostmitteleuropa wächst die Wirtschaft hingegen wesentlich stärker als in den übrigen EU-Ländern. Den aktuellen Daten zufolge wuchs das reale BIP im Euroraum im 1. Quartal heuer gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent und im zweiten Quartal um 0,3 Prozent. Im weiteren Jahresverlauf 2015 wird mit einer mäßigen Zunahme gerechnet.

Viele Ungleichgewichte verursachten enttäuschenden Konjunkturverlauf

Der enttäuschende Konjunkturverlauf in der EU ist laut Wifo eine Folge vieler Ungleichgewichte. Diese zeigten sich nicht nur auf den Arbeits- und Gütermärkten, sondern auch in einer steigenden Divergenz unter den EU-Ländern und Euro-Ländern. So war anders als erwartet seit der Einführung des Euros 1999 keine Konvergenz der Realwirtschaft in den Ländern der Währungsunion zu verzeichnen.

Nach anfänglicher Angleichung und einem Rückgang der Zinssätze gemessen an verschiedenen Indikatoren war viel mehr sogar eine Divergenz - etwa beim BIP pro Kopf, den Arbeitslosenquoten oder den Wachstumsraten feststellbar. Relativ günstig verlief hingegen die Entwicklung in Ostmitteleuropa, so das Wirtschaftsforschungsinstitut.

Das Wifo analysiert weiter, dass der Aufholprozess der Europäischen Wirtschaft gegenüber den USA mit der Finanzmarktkrise zum Erliegen kam. Lag das BIP pro Kopf in der EU 2008 bei knapp 65 Prozent des US-Niveaus, so fiel es im Vorjahr auf knapp 62 Prozent und somit auf den Wert aus dem Jahr 1990.

Für eine deutliche Belebung der Wirtschaft der Eurozone und der EU insgesamt seien demnach einige Faktoren unerlässlich. So gehörten etwa Abgaben vor allem auf den Faktor Arbeit gesenkt und eine Finanzpolitik umgesetzt, die Zukunftsinvestitionen forciere.