Erstellt am 10. Juli 2013, 13:00

Wirtschaftsbericht 2013 präsentiert. In Wien wird am Mittwoch der Wirtschaftsbericht 2013 der Bundesregierung vorgestellt.

Österreich kann sich im sechsten Jahr nach Ausbruch der Finanzkrise im EU-Vergleich gut behaupten und wird heuer das zwölfte Jahr in Folge ein höheres Wachstum haben als die Eurozone, die allerdings in der Rezession ist. Wifo und IHS sehen die Wirtschaft heuer ganz leicht wachsen, um 0,4 bis 0,6 Prozent.

Für 2014 setzen sie immer noch ein Anziehen auf 1,6 bzw. 1,8 Prozent an. Prognosekürzungen häuften sich zuletzt aber wieder. Experten glauben, dass die Zeiten höherer Wachstumsraten auch nach dem Tiefpunkt für längere Zeit ohnedies vorbei sind.

Wahrscheinlich wird sich Österreich mittelfristig auf ein Umfeld gedämpfter und schwankender Nachfrage einstellen müssen, und vor dem Hintergrund seien reale Wachstumsraten der österreichischen Volkswirtschaft von etwa 1 Prozent als normal anzusehen, schreibt der Wirtschaftsforscher Ulrich Schuh vom Institut Eco Austria im Wirtschaftsbericht. Weil kein konjunktureller Rückenwind in Sicht sei, müsse die Wirtschaftspolitik vorkehren.

Im Budget sei Spielraum für wachstumsfördernde Investitionen zu schaffen. Die Inflation im Land sei angesichts der Konjunkturlage deutlich überhöht. Zu Deutschland betrage das Inflations-Differenzial einen Prozentpunkt. Was auf einen schleichenden Verlust von Wettbewerbsfähigkeit hindeute.

Den "Österreich-Bonus" sieht der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts, Karl Aiginger, nach zwölf Jahren "ein bisschen müde". Europa sei in einer Anpassungsrezession, wobei Österreich anders als der Euroraum auch 2013 leicht wachsen werde. Zwar sei die Arbeitslosigkeit in Österreich die niedrigste in Europa, aber für Österreich hoch und steigend, und das mittelfristige Wachstum zu schwach, um sie abzubauen.

Eine gute Nachricht sollte das nun verhandelte EU-USA-Freihandelsabkommen bergen: Für Österreich hält das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche daraus langfristig einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,7 Prozent für möglich.