Erstellt am 24. Oktober 2012, 14:32

Wirtschaftskammer Burgenland über Rückgang der Dorfwirte besorgt. Gastronomen haben immer mehr Probleme mit der Konkurrenz durch Vereinsfeste, Buschenschenken sowie durch behördliche Auflagen.

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Nach dem Greißlersterben in den vergangenen Jahren warnt die Wirtschaftskammer im Burgenland vor einer ähnlichen Entwicklung bei den Dorfwirtshäusern: Weniger Gäste, Konkurrenz durch Vereinsfeste und Buschenschenken, aber auch Auflagen der Behörden bei der Betriebsübergabe stellten Gastronomiebetriebe zunehmend vor Probleme, erklärten Spartenvertreter am Mittwoch vor Journalisten in Eisenstadt.

Auf die Gastwirte käme "eine Vielzahl von Ungereimtheiten zu", so Gastronomie-Fachgruppenobmann Helmut Tury. Dazu zähle etwa die Konkurrenz durch Zeltfeste und zahlreiche Veranstaltungen von Vereinen. Ein weiteres Problem stellten Verstöße gegen die an sich großzügigen Öffnungszeiten bei Buschenschenken dar.

Im Gegenzug gebe es bei der Betriebsübergabe zahlreiche Auflagen, die es immer schwerer machten, Nachfolger zu finden, so Spartenobmann Josef Sagmeister. Die Wirtschaftskammer tritt deshalb für eine dreijährige Übergangsfrist ein, in welcher der Betriebsnachfolger behördlich vorgeschriebene Maßnahmen wie etwa bauliche Änderungen, durchführen kann.

Ein anderes Anliegen betrifft der Einbau von Fettabscheidern, der sich oft für einen Betrieb mit 10.000 bis 15.000 Euro zu Buche schlage. Trotz des Einbaus müssten Betriebe jedoch weiter die doppelte Kanalgebühr zahlen, weshalb eine Reduktion gefordert wird.

Alternativen, um einem weiteren Rückgang der Dorfwirtshäuser vorzubeugen, sieht man bei der Wirtschaftskammer beispielsweise in der Kooperation mit Initiativen wie etwa den Pannonischen Schmankerlwirten. Manche Betriebe seien auch auf die Catering-Schiene aufgesprungen. Andere kochten für Essen auf Rädern, Kindergärten oder Schulen, wobei allerdings die Gewinnspanne sehr gering sei.

Im Burgenland gibt es nach Angaben der Wirtschaftskammer derzeit 2.196 Gastronomiebetriebe, um 1,4 Prozent weniger als 2010. Während es bei Espressobetrieben und Stehkaffeschenken einen Rückgang um 15,8 Prozent gab, stieg die Zahl der Betriebe im Catering- und Partyservicebereich um 12,9 Prozent.