Erstellt am 20. Januar 2015, 14:47

von APA Red

Wirtschaftskammer kritisiert SPÖ-Initiative "Bau auf Burgenland". Unter den Motto "Bau auf Burgenland" will die SPÖ erreichen, dass bei Aufträgen im Burgenland verstärkt heimische Anbieter zum Zug kommen.

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Kritik an der Initiative kam am Dienstag von der Wirtschaftskammer: Auch wenn Ankündigungen noch so plakativ vorgetragen würden, werde dadurch "noch kein Arbeitsplatz geschaffen", erklärte Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth in einer Aussendung.

Vergabe als "Affront" für Land und Leute

Nemeth forderte "eine intelligente Vergabepraxis." Das Vergaberecht biete bereits ausreichend Möglichkeit, damit heimische Unternehmen zum Zug kämen: "Man hat aber immer öfter den Eindruck, dass viele Auftragsvergeber das gar nicht wollen, weil hier Neidgedanken im Vordergrund stehen."

Als Beispiel nannte er eine vom Land geförderte Baustelle in Müllendorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung), bei der "ausschließlich ausländische Firmen zum Zug kommen" würden. Für ihn sei dies "ein Affront" für Land und Leute, erklärte Nemeth: "Was sollen sich Unternehmer und Arbeitgeber denken, wenn sie solche Ankündigungen hören und dann an einer Baustelle vorbeifahren, wo keine einzige heimische Firma arbeitet?"

Illedits-Einladung als Reaktion auf Kritik

"Die SPÖ lädt die Wirtschaftskammer ein, sich an der Aktion 'Bau auf Burgenland' zu beteiligen und im Umfeld der von ihr vertretenen Betriebe dafür zu sorgen, dass Aufträge bevorzugt an heimische Anbieter vergeben werden", reagierte SPÖ-Klubobmann Christian Illedits auf die Kritik.

"Wir fordern auch eine verbindliche Koppelung von Wirtschaftsförderungen an die Beschäftigung burgenländischer Arbeitnehmer sowie an die Ausbildung burgenländischer Lehrlinge", so Illedits in einer Aussendung.

Dies sei bisher nicht umsetzbar, weil sich Wirtschaftskammer und die ÖVP quer legen würden. Gerade, weil viele Betriebe Aufträge an ausländische Anbieter vergeben würden, habe die SPÖ die Initiative "Bau auf Burgenland" gestartet. Es sei hoch an der Zeit, dass auch die Wirtschaftskammer Burgenland mithelfe, den Schutzschirm für burgenländische Betriebe und Arbeitnehmer weiter zu verstärken, stellte der SPÖ-Klubobmann fest.