Erstellt am 28. Oktober 2011, 16:03

Wirtschaftskriminalität betrifft jede 2. Großfirma. In Österreich hat fast jedes zweite größere Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern in den vergangenen zwei Jahren einen Schaden durch Wirtschaftskriminalität erlitten, geht aus einer Studie des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor.

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Nach Ansicht des PwC-Experten Steffen Salvenmoser nehmen Wirtschaftsfälle aber nicht zu, sondern es wird mehr aufgedeckt.

Insbesondere indirekte Schäden hinterlassen eine "starke Wirkung" bei Unternehmen, so Salvenmoser am Freitag in der Pressekonferenz in Wien. Zu diesen zählt die Studie unter anderem Reputationsverlust, Rückgang der Arbeitsmoral und die Beeinträchtigung von Geschäftsbeziehungen.

Im Fokus der PwC-Untersuchung, für die Mitarbeiter von 100 österreichischen Unternehmen befragt wurden, stehen unter anderem Vermögensdelikte wie Untreue, Betrug, Datenklau, Kartellabsprachen, Korruption und Bestechung. Der Diebstahl eines Laptops sei nicht in die Untersuchung eingeflossen, erklärte der deutsche Strafrechtsprofessor Kai Bussmann, Co-Autor der Studie. Dies komme bei größeren Unternehmen deutlich öfter vor.

Der Studie zufolge haben sich die durchschnittlichen Schäden der Unternehmen durch Wirtschaftskriminalität auf 1,9 Mio. Euro seit der letzten Studie 2007 verdoppelt. Die zusätzlichen Managementkosten betragen demzufolge 260.000 Euro. Die PwC-Experten beobachten aber einen Umdenkprozess: 2007 haben 21 Prozent der Unternehmen von der Einführung von Anti-Korruptionsprogrammen berichtet, heuer waren es bereits mehr als die Hälfte.

Die Täter seien keine "Unbekannten, die plötzlich aus dem Busch springen", so Slavenmoser. 42 Prozent seien interne Täter, 30 Prozent externe, wobei es bei den restlichen Tätern zu einem Zusammenspiel externer und interner komme.