Erstellt am 26. März 2013, 12:06

WKÖ fürchtet um Kfz-"Pickerl"-System wegen EU. Die Wirtschaftskammer (WKÖ) fürchtet wegen der geplanten EU-Mindestnormen für die Überprüfung von Fahrzeugen um das österreichische System von "Pickerl"-Kontrollen durch die Kfz-Werkstätten.

Hintergrund ist ein Vorschlag des zuständigen Europaparlamentariers Werner Kuhn von der CDU, der vorsieht, dass Werkstätten und Prüfer künftig verpflichtend voneinander getrennt sein sollen. Der Entwurf hätte - wenn er angenommen würde - zur Folge, dass etwa in Österreich die rund 5.000 Kfz-Werkstätten ihr Geschäft verlieren würden, erläuterte Karoline Entacher von der WKÖ in Brüssel am Dienstag. Sie würden jährlich etwa sechs Millionen Fahrzeuge überprüfen. Dabei würden durchschnittlich eine Arbeitsstunde pro Fahrzeug anfallen.

In Deutschland und anderen EU-Staaten besteht dagegen eine gesetzliche Trennung zwischen Prüfdiensten wie TÜV und Dekra und den Kfz-Reparaturwerkstätten. Die Wirtschaftskammer betont, dass das in Österreich erprobte "Pickerl"-System "eine vollkommene Unabhängigkeit in technischer, wirtschaftlicher und personeller Weise gewährleistet".

Bei allfälligen Verfehlungen würden Prüfern und Unternehmen umgehend ein Entzug ihrer Lizenz drohen. In Deutschland gebe es hingegen einen heftigen Streit zwischen Werkstätten und Prüforganisationen um den Marktzugang, sagte Entacher.

Der EU-Richtlinienvorschlag soll europaweit Mindeststandards für die regelmäßige Überprüfung von Fahrzeugen und Anhängern schaffen. Die EU-Kommission will dadurch die Zahl der Unfälle, die auf technische Mängel zurückzuführen sind, reduzieren.