Erstellt am 22. Februar 2013, 15:48

WKÖ: Leiharbeiter "de facto" Stammbelegschaft gleichgestellt. Im Gefolge der Amazon-Affäre in Deutschland um schlecht behandelte Leiharbeiter plätschert auch in Österreich die Diskussion über die Zeitarbeit dahin.

Die Arbeiterkammer Niederösterreich hatte am Donnerstag kritisiert, dass Leiharbeitsfirmen vermehrt ihre Beschäftigten im Krankenstand zur einvernehmlichen Auflösung der Dienstverträge drängten, um Kosten zu sparen. Die Wirtschaftskammer wies das am Freitag zurück. Die rund 78.000 heimischen Leiharbeiter würden korrekt behandelt und entlohnt und seien Stammarbeitern beim Entgelt "de facto" gleichgestellt.

In Österreich gebe es seit Jahren einen KV-Mindestlohn für Zeitarbeiter, 2013 betrage dieser 1.427,92 Euro für Vollzeitbeschäftigte. Während der Arbeit im Beschäftigerbetrieb bekämen sie mindestens den dort geltenden kollektivvertraglichen Lohn, in "ausgewählten" Hochlohnbranchen mit Zuschlägen von bis zu 20 Prozent, so Erich Pichorner, Bundesvorsitzender der Personaldienstleister in der WKÖ, in einer Aussendung.

Die deutschen Amazon-Leiharbeiter wurden vom österreichischen Personaldienstleistungskonzern Trenkwalder rekrutiert. Die deutsche Bundesagentur für Arbeit (BA) hat nach Bekanntwerden der Vorwürfe eine Sonderprüfung eingeleitet und festgestellt, dass Trenkwalder gegen das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz verstoßen hat.

Amazon arbeitet nach wie vor mit Trenkwalder zusammen. "Nein, wir haben die Zusammenarbeit noch nicht beendet", sagte Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber am Donnerstagnachmittag zu "Spiegel online". Auf die Frage, ob Amazon dies nachholen werde, meinte Kleber: "Das wäre reine Spekulation." Heute war bei Amazon niemand für eine Stellungnahme erreichbar, ebenso wenig bei Trenkwalder.