Erstellt am 13. Juni 2012, 13:51

WKÖ weitet Suche nach Fachkräften aus. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) wird mit Hilfe der Außenwirtschaftsorganisation (AWO) die Suche nach jungen und qualifizierten Facharbeitskräften auf europäische Krisenländer mit hohen Arbeitslosenraten ausweiten.

Nach einem Pilotprojekt der WK-Vorarlberg in Spanien im Februar diesen Jahres, das laut WKÖ-Präsident Leitl "ermutigend" verlaufen sei, wird die Kammer dieses Projekt im Herbst auf Länder wie Irland, Portugal oder auch Griechenland ausdehnen, kündigte Leitl am Mittwoch an.

Die Suche nach den benötigten Fachkräften in Drittstaaten (Anm.: Staaten außerhalb der EU) mittels der Rot-Weiß-Rot-Karte werde auf Dauer nicht ausreichen, sagte Leitl. Insgesamt fehlten den österreichischen Betrieben rund 30.000 Fachkräfte, die nicht aus dem "heimischen Nachwuchs" besetzt werden könnten. Jeder fünfte Klein- und Mittelbetrieb klage darüber, bei Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern sei es bereits jeder zweite Betrieb. Dies bremse nicht nur das Wirtschafts-, sondern auch das Beschäftigungswachstum. Deshalb sei die Suche nach Fachkräften auch Bestandteil einer Vollbeschäftigungsstrategie. Zudem werde sich der Fachkräftemangel durch die Geburtenrückgänge noch verschärfen. "Deshalb müssen wir etwas dagegen tun", sagte Leitl.

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen müssten mehrere Dinge getan werden. So müsste einerseits älteren Arbeitnehmern ein Anreiz gegeben werden, länger in Beschäftigung zu bleiben. Weiters müsste man das duale Ausbildungssystem so attraktiv machen, dass es im Wettbewerb der Bildungssysteme die attraktivste Ausbildungsform sei. Und drittens müsste in anderen EU-Ländern, mit denen Österreich bereits einen gemeinsamen Arbeitsmarkt habe, geschaut werden, ob es dort junge und gut ausgebildete Menschen gebe, die in ihren Ländern selbst aber keinen Job finden.