Erstellt am 20. Dezember 2012, 13:18

Wohngenossenschaften wollen staatliche Förderung. Die gemeinnützigen Bauträger haben am Donnerstag Vorrang für sich selbst eingefordert und verlangt, dass staatliche Förderungen in Zukunft nur dem nicht-profitorientierten Sektor zufließen sollten.

Es sollen jene Bauträger gefördert werden, die leistbares Wohnen zur Verfügung stellen, so Karl Wurm, Geschäftsführer des Österreichischen Verbands gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV).

In der Zeit knapper werdender öffentlicher Mittel sollten unabhängig von ihrer Rechtsform nur "jene Bauträger gefördert werden, die über die Förderperiode hinaus langfristig leistbares Wohnen zur Verfügung stellen", sagte Wurm.

Die Mitglieder der GBV verwalten mit 556.000 Wohnungen etwa 40 Prozent des österreichischen Mietwohnungsbestands und sind für etwa ein Drittel der entsprechenden jährlichen Neubauleistung verantwortlich. Ihre Mieten liegen nach Eigendarstellung um 25 Prozent unter dem Marktniveau.

Den Anteil, den private Investoren an den Wohnbauförderungen haben, bezifferte Wurm auf bis zu 20 bis 30 Prozent ("in den besseren Jahren"). Durch die Nicht-Valorisierung der Wohnbauförderung seit den Neunzigerjahren habe das reale Fördervolumen seither um 450 Mio. Euro jährlich abgenommen.

Wurm ordnete die Wohnbaupolitik der vergangenen Dekade dem gleichen "Zeitgeist" zu, der sich seiner Meinung nach auch im Salzburger Finanzskandal manifestiert, wo eine Landesbeamtin Hunderte Millionen Euro verspekuliert haben soll.

Er wurde von WU-Professor Diemar Rößl unterstützt, einem auf Genossenschaften spezialisierten Ökonomen. Nach einer von Rößl in Auftrag gegebenen Umfrage billigen 92 Prozent der Befragten den Genossenschaften eine langfristige Strategie zu, was 81 Prozent gut finden.