Erstellt am 04. September 2012, 12:17

Zahl der Insolvenzen wird sich 2012 erhöhen. Das gebremste Wirtschaftswachstum infolge der Schulden- und Eurokrise in Europa treibt die Insolvenzen heuer weiter in die Höhe.

In Österreich wird sich die Zahl der Unternehmenspleiten heuer aktuellen Prognosen zufolge um 3,8 Prozent auf 6.090 erhöhen, geht aus einer Studie von Euler Hermes und der Prisma Kreditversicherung hervor. Der Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) wird sich heuer voraussichtlich auf bescheidene 0,7 Prozent einbremsen, erst 2013 könnte dank eines allmählichen Aufschwungs im Außenhandel wieder ein Zuwachs von 1,6 Prozent erreicht werden. Die gesamte Eurozone schrammte im ersten Quartal 2012 mit einem Nullwachstum am Rande der Rezession entlang. Besonders kritisch ist die Lage in Südeuropa.

Deutschland hielt sich mit einem BIP-Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal (minus 0,2 Prozent) relativ gut und wird auch die Insolvenzen im Gesamtjahr bei 30.100 stabilisieren (plus/minus Null Prozent). Im Vorjahr waren die Pleiten in dem Nachbarland noch um 5,9 Prozent zurückgegangen.

Griechenland steht heuer bei den Insolvenzen ein Zuwachs von 30 Prozent auf 1.400 ins Haus - nach einem Anstieg von bereits 33 Prozent im Vorjahr. Die Wirtschaft wird dort 2012 den Prognosen zufolge um 5,9 Prozent schrumpfen, 2013 soll mit einem Minus von 1 Prozent deutlich besser werden.

Den massivsten Anstieg bei den Insolvenzen erleidet heuer Portugal - mit einem Plus von fast 50 Prozent auf 7.100. Im abgelaufenen Jahr hatten die Pleiten bereits um 19,3 Prozent zugelegt. Die portugiesische Wirtschaft steckt deutlich in der Rezession. Im laufenden Jahr soll das BIP um weitere 3 Prozent schrumpfen.

In Spanien - ebenfalls in der Rezession - dürften die Insolvenzen heuer um fast 20 Prozent auf 7.000 zulegen - nach einem Plus von rund 18 Prozent im Vorjahr. Die Wirtschaft entwickelt sich dort heuer um 1,8 Prozent rückläufig, 2013 beträgt der Rückgang aus heutiger Sicht nur noch 0,5 Prozent. Der Ausblick ist kurz- und mittelfristig negativ.

Einen ebenfalls deutlichen Insolvenzanstieg erleidet heuer Österreichs zweitwichtigster Handelspartner Italien. Die Zahl der Pleiten soll dort heuer um 12 Prozent auf 13.550 in die Höhe schnellen.