Erstellt am 14. November 2012, 00:00

Zahl der Pleiten steigt. Insolvenz-Statistik / 178 heimische Unternehmen schlitterten 2012 in die Insolvenz – um 59 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Zugleich gibt es aber einen Gründer-Rekord.

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Österreichweit stieg die Zahl der Firmenpleiten zwischen Jänner und September 2012 um 1,6 Prozent auf 4.721 Fälle. Auch im Burgenland brachten die ersten drei Quartale des Jahres einen deutlichen Anstieg. Laut der aktuellen Insolvenz-Statistik der Creditreform Österreich gibt es mit 178 Pleiten heuer gleich um 59 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Leicht gestiegen ist auch die Zahl der Privatkonkurse: mit 139 sind es im Burgenland um acht Fälle mehr als noch 2011 (österreichweit sank die Zahl um 1,9 Prozent). Bei den burgenländischen Insolvenzen ergibt sich insgesamt somit ein Anstieg um 26,8 Prozent.

Im privaten Bereich geben neben einem falschen Umgang mit Geld auch familiäre Umstände sowie Einkommensverschlechterungen den Ausschlag für Konkurse. Im Hinblick auf die Firmenpleiten warnt Credit-reform-Geschäftsführer Rainer Kubicki vor der allgemeinen Wirtschaftslage: „Die eigenen Zahlen sind in Ordnung zu bringen, um vor einer allfällig weiteren Verschlechterung der Konjunktur gewappnet zu sein. Risikomanagement ist mehr denn je ein Gebot der Stunde.“

1.760 neue Unternehmen in nur zehn Monaten …
In der Wirtschaftskammer Burgenland will man aus den aktuellen Zahlen derzeit aber keine Rückschlüsse auf eine Verschlechterung der Entwicklung ziehen: „Das wäre verfrüht“, meint Kammer-Sprecher Harald Schermann gegenüber der BVZ. Und: „Bei einer schlechten Wirtschaftslage gäbe es nicht so viele Neugründungen.“
Tatsächlich verzeichnet man im Jahr 2012 mit nicht weniger als 1.760 neuen burgenländischen Unternehmen einen Rekord in diesem Bereich. „Deshalb ist auch die Zahl der Insolvenzen gestiegen“, weiß Harald Schermann, bei dem die Statistik noch keine Alarmglocken schrillen lässt.

Eines wird jedoch allen Unternehmern geraten: „Es ist wichtig, negative Tendenzen schon frühzeitig zu erkennen und die entsprechenden Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen.“

Die größten Insolvenzen 2012

 Bioenergie Burgenland Service GmbH: Passiva von 39 Millionen Euro, 13 Mitarbeiter betrofffen

 Frigoservice Transport- und Logistikgesellschaft: Passiva in der Höhe von 6,2 Millionen Euro

 Subau Baugesellschaft GmbH: Passiva in der Höhe von vier Millionen Euro, 77 Mitarbeiter

 Schraufstädter GmbH: Passiva in der Höhe von 3,5 Millionen Euro, 22 Mitarbeiter

 Vitaform GmbH: Passiva in der Höhe von 2,5 Millionen Euro, 24 Mitarbeiter

 In allen genannten Fällen läuft derzeit ein Sanierungsverfahren. Quelle: Creditreform Österreich