Erstellt am 30. März 2011, 00:00

Zu viel Essen im Müll. ANALYSE / Jährlich werden im Burgenland Lebensmittel im Wert von 12 Millionen Euro  - viele originalverpackt - weggeworfen.

Richtig Müll trennen: Geschäftsführer Johann Janisch, Obmannstellvertreter Werner Gradwohl und Obmann Leonhard Schneemann haben dies zum Schwerpunkt für 2011 gemacht.  |  NOEN
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VON MICHAELA TANZLER

2.350 Tonnen Lebensmittel landen pro Jahr im Restmüll, davon 1.500 Tonnen originalverpackt. Dies hat eine vom Burgenländischen Müllverband (BMV) durchgeführte Restmüllanalyse ergeben. Nimmt man im Schnitt einen Wert von fünf Euro pro Kilogramm Lebensmittel an, entspricht die Menge an weggeworfenen Lebensmitteln einem Wert von 12 Millionen Euro. Pro Person macht dies 40 Euro aus, pro Durchschnittshaushalt 160 Euro, also mehr als die jährliche Müllgebühr von 96,80 Euro, rechnet Obmann Leonhard Schneemann vor. „Man sieht, was sich einzelne Haushalte ersparen würden, wenn sie versuchen, anders mit Lebensmitteln umzugehen“, so Schneemann.

Die Steigerung der Trenngenauigkeit ist deshalb ein Schwerpunkt der BMV-Aktivitäten 2011. Nicht zuletzt auch deshalb, weil trotz getrennter Sammlung noch immer Kunststoffverpackungen, vor allem kleine Folien, sowie Papier und Pappe den höchsten Volumsanteil im Restmüll ausmachen. „Das Burgenland ist österreichweit top gelistet, was die Trenngenauigkeit betrifft, aber sie ist nicht so gut, dass sie nicht noch zu verbessern wäre“, sagt Obmannstellvertreter Werner Gradwohl. „Ein besonderes Sorgenkind sind die Wohnhausanlagen.“ Dort ist die Qualität der Mülltrennung signifikant schlechter als bei Einzelwohnanlagen. Der BMV führt dies darauf zurück, dass die Qualität der Mülltrennung abnimmt, sobald sie nicht mehr im Verantwortungsbereich des Einzelnen liegt, und der Müll über eine Gemeinschaftstonne entsorgt wird.

Deshalb wird zusätzlich zu den geplanten Schwerpunktaktionen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und der intensiveren Projektarbeit mit Schulen - vor allem in Form von „Müll-Trenn-Workshops“ - ein eigenes Projekt für die Mülltrennung in Wohnhausanlagen ins Leben gerufen. „Wir wollen die Bevölkerung dafür sensibilisieren, dass es noch immer Potenzial gibt“, so Schneemann.

Weitere Schwerpunkte 2011 sind eine landesweite Flurreinigungsaktion, die Kampagne „Sei keine Dreckschleuder“ gegen achtlos weggeworfenen Müll in Straßengräben und ein EU-Projekt mit der Slowakei, wo der BMV hilft, geordnete Abfallwirtschafts-Strukturen aufzubauen.