Erstellt am 07. Oktober 2015, 06:02

von Doris Fischer

Zu viel Verkaufsfläche. Einkaufs- und Fachmarktzentren haben sich dynamisch entwickelt: mehr Verkaufsfläche, mehr Beschäftigte und mehr Besucher.

Präsentiert. Andrea Gottweis, Ernst Gittenberger und Roman Schwarzenecker (v.l.) präsentierten vor Kurzem die aktuelle Studie zu Entwicklung und Status quo der Einkaufs- und Fachmarktzentren im Burgenland. Das Burgenland hat die höchste Einzelhandelsverkaufsflächendichte - auf jeden Einwohner entfallen 0,47 Prozent Einzelhandelsfläche in Einkaufs- und Fachmarktzentren - in Österreich.Foto: Doris Fischer  |  NOEN, Doris Fischer
Die zentrale Aussage der von der Wirtschaftskammer in Auftrag gegebenen Studie lautet: Es gibt ein Zuviel an Verkaufsfläche. „Die Entwicklung ist die Folge der liberalen Raumplanung“, betont Andrea Gottweis, Spartenobfrau Handel in der Wirtschaftskammer.

BVZ.at hatte zum Thema berichtet:



Die Einkaufs- und Fachmarktzentren haben sich im vergangenen Jahrzehnt sehr dynamisch hinsichtlich der Anzahl der Beschäftigten und der Besucher entwickelt. „Mehr Verkaufsfläche heißt nicht mehr Umsatz“, stellt Gottweis fest.

Gleichzeitig appelliert sie für einen Stopp bei neuen Flächen und wünscht sich einen Mix aus Handel und Dienstleistung für die Innenstädte. Schließlich, so die Spartenobfrau, sollen die Ortszentren nicht aussterben.

Wirtschaftslandesrat: „Grün-typische Verbotskultur“

„Bereits seit Jahren warnen wir vor den Folgen der Ausbreitung der Einkaufszentren, nun wo der Schaden unübersehbar ist, kommt auch die Wirtschaftskammer zu ähnlichen Ergebnissen“, lautet die Kritik von Wolfgang Spitzmüller (Grüne).

Im Vorjahr gab es im Landtag einen Vorstoß, die Errichtung von Einkaufszentren zu erleichtern, eine Entscheidung wurde nicht gefunden.

Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig (FPÖ) sieht dies so: „Der Erhalt lebender Ortszentren steht selbstverständlich im Interesse aller und ist somit ein unterstützungswürdiger Ansatz. Ich stehe allerdings der Grün-typischen Verbotskultur, alles und jedes ausschließlich über zentrale und direkte gesetzliche Eingriffe anordnen zu wollen, nicht zuletzt als Vertreter einer Partei, welche die ‚Freiheit‘ sogar in ihrem Namen trägt, äußerst skeptisch gegenüber.“


 

Studienergebnis

Die KMU Forschung Austria erhob im Auftrag der Wirtschaftskammer die Entwicklung und den Status quo der Einkaufs- und Fachmarktzentren im Burgenland:

  • Der Umsatz und die Verkaufsfläche haben sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht.

  • Die 15 Einkaufs- und Fachmarktzentren verfügen über 135.800 Quadratmeter Einzelhandelsverkaufsfläche und erwirtschaften 680 Millionen Euro pro Jahr

  • Burgenland hat die höchste Einzelhandelsverkaufsflächendichte in EKZ/FMZ pro Einwohner in Österreich.

  • 1.600 stationäre Einzelhandelsgeschäfte erwirtschaften 2 Milliarden Jahres-Brutto-Umsatz.

  • 10.000 Mitarbeiter sind im Einzelhandel beschäftigt.

  • Insgesamt gibt es im Burgenland 15 Einkaufs- und Fachmarktzentren mit 490 Shops und 3.400 Mitarbeitern auf einer Verkaufsfläche mit 152.200 Quadratmetern. Den 20 Millionen Besuchern stehen 8.600 Parkplätze zur Verfügung.

  • Rund ein Viertel der gesamten Einzelhandelsverkaufsfläche entfällt auf Einkaufs- und Fachmarktzentren.

  • Knapp ein Drittel der Einzelhandelsmitarbeiter arbeitet in Einkaufs- und Fachmarktzentren.

  • Das größte Einkaufszentrum ist das Designer Outlet Parndorf, gefolgt vom EO Oberwart und dem fashion outlet Parndorf (ehemals Villaggio).

Alle Daten zur Studie finden Sie auf wirtschaft.bvz.at