Erstellt am 29. Oktober 2013, 14:22

„Zu wenig hinterfragt“. Aufsichtsrat gerät ins Visier der Ermittlungen. Rechnungshof empfiehlt, bei dessen Mitgliedern „gegebenenfalls Schadensersatzansprüche geltend zu machen“.

Von Bettina Eder

Turbulent geht es im „Dauerbrenner“ BEGAS weiter: Ins Visier gerät nun der Aufsichtsrat des Gasversorgers, der – da die Gemeinden früher der mehrheitliche Eigentümer waren – meist mit SPÖ bzw. ÖVP Bürgermeistern besetzt war. Im Bericht des Rechnungshofes findet sich nämlich eine eindeutige Empfehlung: „Es sollten für den Fall, dass (...) vom kaufmännischen Vorstandsmitglied keine Rückzahlung aller unter dem Rechtstitel der Firmenpension geleisteten Zahlungen erlangt werden könne, Schadenersatzansprüche gegen die Mitglieder des Aufsichtsrats (...) geprüft und gegebenenfalls geltend gemacht werden.“

"Weiß nicht, wem was vorgeworfen wird“

Der Aufsichtsratvorsitzende Klaus Mezgolits, SP-Ortschef in Steinbrunn und Bezirkshauptmann von Mattersburg, und sein früherer Stellvertreter Günther Toth, ÖVP-Bürgermeister von Oberschützen, sehen das derzeit entspannt: „Zum jetzigen Zeitpunkt sage ich gar nichts dazu. Ich kenne den Bericht nicht und weiß nicht, wem was vorgeworfen wird“, stellt etwa Mezgolits fest.

Toth hat auch keine Angst vor einer Klage: „Ich wüsste nicht warum, aufgrund welcher Sachverhalte. Angst habe ich keine. Aber habe nicht das Gefühl, etwas gemacht oder nicht gemacht zu haben, wofür ich belangt werden könnte.“ Dennoch gesteht Toth ein: „Vielleicht hätte ich das eine oder andere aus heutiger Sicht nochmals hinterfragt. Heute wäre ich sicher ein noch ein besserer Aufsichtsrat. Ich hatte damals Vertrauen, das Unternehmen ist ja gut gelaufen.“