Erstellt am 19. August 2011, 14:55

Zufriedenheit der Arbeitnehmer rückläufig. Die Lebenszufriedenheit unter den österreichischen Arbeitnehmern ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich zurückgegangen. Das geht aus dem Arbeiterkammer-Oberösterreich-Arbeitsklimaindex hervor, der von den Meinungsforschungsinstituten IFES und SORA vierteljährlich erhoben wird.

Verantwortlich für den Rückgang macht SORA-Chef Christoph Hofinger geringe Anerkennung im Job und Reallohnverluste. AK OÖ-Präsident Johann Kalliauer plädiert für eine "vernünftige Entwicklung" bei den Löhnen und eine "Entlastung bei der Lohnsteuer" um die Stimmung wieder zu heben. Er ortet derzeit unter den Beschäftigten "einen gedämpften Optimismus".

Im Jahr 2007 antworteten 88 Prozent der Befragten, dass sie mit ihrem Leben insgesamt "sehr oder eher zufrieden" sind. Im vergangenen Jahr ging dieser Wert auf den bisherigen Tiefstand von 83 Prozent zurück. Im laufenden Jahr erhöhte sich der Wert aber wieder leicht auf 84 Prozent. Im Jahr 2000 waren noch 89 Prozent der Befragten sehr oder eher zufrieden. Arbeitnehmer unter 36 Jahren sind laut Umfrage tendenziell zufriedener als ihre älteren Kollegen.

47 Prozent der Befragten schätzt die Arbeitsplatzsituation in Österreich als "unsicher" ein. Im Wirtschaftskrisenjahr 2009 waren es hingegen noch 62 Prozent. Nach einer Kündigung einen Job zu bekommen, halten 56 Prozent für "schwierig".

In den vergangenen Jahren habe sich unter den Arbeitnehmern die Stimmung verfestigt, dass "die fetten Jahre vorbei sind", sagte Hofinger. Die Politik könnte gegensteuern und Teilzeitarbeit besser absichern und über Mindestlöhne diskutieren. Wichtig sei auch, dass die Politik "auf allen Ebenen" gegen Existenzängste gegensteuere, so der SORA-Chef.