Erstellt am 29. Juli 2013, 11:24

Zukunftsvorsorge-Reform tritt im August in Kraft. Fast jeder fünfte Österreicher hat eine prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge (PZV).

Die ab 1. August geltende Reform soll die PZV attraktiver machen und besser gegen Aktienkurs-Abstürze absichern. In der Vergangenheit sind wegen der Börseschwäche im Gefolge der Finanzkrise viele der 1,6 Mio. Verträge ins Minus gerutscht, das soll durch niedrigere Mindest-Aktienquoten nicht mehr möglich sein.

Kernstück der Reform ist der Ersatz des bisherigen dreigeteilten Lebenszyklusmodells durch neue zweistufige Bandbreiten, wodurch, altersmäßig gestaffelt, noch weniger in Aktien investiert werden muss. Für unter 50-jährige gilt bei Neuabschlüssen ab 1. August bei der Aktienquote eine Bandbreite von 15 bis 60 Prozent, für über 50-jährige von 5 bis 50 Prozent. Schon vor drei Jahren war das Aktien-Minimum gesenkt worden - auf 30 Prozent für unter 45-jährige, 25 Prozent für 45- bis 55-jährige und 15 Prozent ab 55 Jahren. Ursprünglich musste bei der Zukunftsvorsorge generell zu mindestens 40 Prozent in Aktien investiert werden.

Von den im neuen zweistufigen Lebenszyklusmodell tatsächlich gehaltenen Aktien müssen künftig nur mindestens 60 Prozent an bestimmten EWR-Börsen notieren. Bisher war vorgesehen, dass inhalb der Mindestaktienquote die Veranlagung zu 100 Prozent in Aktien an derartigen Börsen zu erfolgen hat - dies sollte nach der ursprünglichen Idee vor allem die Wiener Börse begünstigen, die bei Finanzmarktkrisen erfahrungsgemäß aber leider besonders stark absackt. 40 Prozent der Aktienquote können künftig, was den Börsenplatz betrifft, frei veranlagt werden.

Der staatliche Zuschuss für die prämiengeförderte Altersvorsorge ist ans allgemeine Zinsniveau angepasst und beträgt für heuer 4,25 Prozent. Die Obergrenze für die Förderung orientiert sich an der Höchstbeitragsgrundlage in der Sozialversicherung und liegt für 2013 bei 2.445,50 Euro. Die maximale Prämie macht damit aktuell 103,90 Euro jährlich aus.