Erstellt am 05. Juli 2013, 13:16

Zweifelhaftes Franchise-Konzept für dayli. Die Geschichte wiederholt sich: Das Fortführungskonzept von dayli wird erneut bezweifelt. Schon bei der Idee, aus der Drogeriekette einen Nahversorger zu machen, rümpften bei der Übernahme vor 11 Monaten zahlreiche Experten die Nase.

Laut Insolvenzantrag ist ein Vorschlag, dayli auf ein Franchisesystem umzustellen. Franchisenehmer sollen dabei die Mitarbeiterinnen werden.

Sie könnten die bestehenden, aber auch die bereits geschlossenen Filialen als selbstständige Einheit führen, müssten im Gegenzug ihre Standorte nach dem neuen dayli-Konzept auslegen, fünf Prozent des Umsatzes Lizenzgebühr an dayli abliefern und die Ware mit einem Aufschlag von 10 Prozent bei dayli beziehen, heißt es in dem Antrag laut "Salzburger Nachrichten". Wie Handelsbeschäftigte mit einem geringen Einkommen zu Selbstständigen werden sollen, ist fraglich.

Masseverwalter Rudolf Mitterlehner ist bezüglich dieser Franchise-Idee für die Anfangsphase skeptisch, wie er am Freitag sagte. "Das ist ein Konzept, das weiterentwickelt werden müsste. Franchising ist ja höchst kompliziert. Kurzfristig ist das nichts. Im Moment habe ich aber ganz andere Sorgen. Es muss geklärt werden, ob das Unternehmen als Ganzes fortgeführt werden kann oder ob Filialen geschlossen werden müssen, um den Rest fortführen zu können." Schon nächste Woche will Mitterlehner bekanntgeben, ob das Unternehmen fortgeführt werden kann und in welcher Struktur.

Die Ereignisse rund um die dayli-Pleite könnten bald auch die Staatsanwaltschaft beschäftigen. "Ich gehe davon aus, dass der Fall ein Thema für die Staatsanwaltschaft wird", wird Gerhard Weinhofer von der Creditreform in der "Presse" zitiert.

Zum einen geht es um die Vorkommnisse in Italien, wo dayli-Chef Rudolf Haberleitner um eine Million Euro "erleichtert" wurde, zum anderen um die Übertragung der gesamten Anteile an der dayli-Muttergesellschaft TAP 09 Beteiligungs GmbH unmittelbar vor dem Insolvenzantrag an die ICU Unternehmensberatung GmbH von Martin Zieger.

In der Branche wird nämlich nicht ausgeschlossen, dass Haberleitner weiterhin mit im Spiel ist, was dieser freilich dementiert. Er sei nur noch als Geschäftsführer tätig, halte aber keine Anteile mehr, sagte Haberleitner am Donnerstag. Der neue Eigentümer Zieger soll übrigens in Italien mit dabei gewesen sein.