Erstellt am 12. Oktober 2011, 11:55

Zweite Metaller-Lohnrunde in angespannter Stimmung. In der Wirtschaftskammer in Wien haben sich Mittwochmittag Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Metallindustrie zur zweiten Lohnrunde zusammengefunden. Die Kollektivvertragsverhandlungen starteten in angespannter Stimmung, nachdem die Gewerkschaften Kampfmaßnahmen angekündigt hatten, sollte es heute zu keiner Einigung kommen. Ein rascher Abbruch scheint ebenso möglich wie eine nächtliche Einigung.

Derzeit sind die Verhandler noch gut zwei Prozentpunkte voneinander entfernt. Die Arbeitgeber bieten 3,1 Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung und eine Einmalzahlung von 200 Euro, die Arbeitnehmer wollen 5,5 Prozent mehr im Börsel der Belegschaft. Geht nicht, sagt Industrie-Chefverhandler Christoph Hinteregger. Dies würde den Wirtschaftsstandort und somit Arbeitsplätze gefährden. Der Metallerabschluss ist traditionell eine Richtschnur für die gesamte Herbstlohnrunde, auch wenn der Bereich mittlerweile nicht mehr die Rolle spielt, den er noch vor der Jahrtausendwende hatte. Die Branche beschäftigt knapp 200.000 Personen.

Im Metallgewerbe, das ebenfalls gerade die Kollektivverträge für das Jahr 2012 verhandelt, sind ebenfalls rund 200.000 Personen angestellt. Die Arbeitnehmer im Gewerbe, die traditionell nicht so stark gewerkschaftlich organisiert sind, sehen sich gleich einer ganzen Reihe von Forderungen durch die Arbeitgeber konfrontiert: Kürzung der Kündigungsfristen, Entfall des Postensuchtages bei Selbstkündigung, Verkürzung der Weiterverwendungszeit von Lehrlingen auf das gesetzliche Ausmaß (3 Monate), Zulassung einer täglichen Normalarbeitszeit bis zu 10 Stunden im Rahmen einer 5-Tage-Woche, Entfall des Zeitzuschlages für Wochenstunden nach der 40. Stunde bei dem Modell der 'Erweiterten Bandbreite'.