Erstellt am 09. November 2011, 14:22

Zweite Runde für Handels-KV. Zu Mittag sind heute Mittwoch die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 520.000 Handelsangestellten in die zweite Runde gegangen. Die Verhandlungsleiter beider Seiten erwarten konstruktive Gespräche und lassen sich nicht von Zurufen von außen beirren:

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"Darauf reagieren wir gar nicht. Für uns bringt das keinen Druck. Wir haben unsere Vorstellung und werden unser Angebot entsprechend legen", sagte der Chefverhandler auf Arbeitgeberseite, Peter Buchmüller, kurz vor Verhandlungsbeginn. Franz Georg Brantner, der für die Arbeitnehmer federführend verhandelt, fragte: "Sehen sie hier eine Ministerin?"

Seit dem offiziellen Start der diesjährigen KV-Runde im Handel vor drei Wochen haben sich sowohl Innenministerin und ÖAAB-Chefin Johanna Mikl-Leitner als auch Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek für bessere Karenzanrechnungen ausgesprochen. Die Gewerkschaft ist heuer ja mit genau dieser zentralen Forderung in den Ring gestiegen. Sie möchte durchsetzen, dass die Karenzzeit für die Vorrückung im Gehaltsschema angerechnet wird. In vielen anderen Branchen wurde das bereits erreicht.

Die Karenzanrechnung steht heute ganz oben auf der Tagesordnung. Weiters wird es um den Auszahlungstermin für Sonderzahlungen wie das Urlaubs- und Weihnachtsgeld gehen. Geht es nach der Gewerkschaft, sollen die Handelsangestellten das Weihnachtsgeld künftig schon am 31. Oktober auf dem Konto haben, das Urlaubsgeld bereits am 30. Juni. "Wenn wir das heute abhandeln, wäre das schon ein großer Erfolg", sagte Brantner und deutete damit an, dass es heute wohl noch nicht zu einem Abschluss kommen wird. Für 16. und 29. November sind ohnehin noch weitere Termine reserviert.

Was das Gehaltsplus betrifft, will sich niemand in die Karten schauen lassen. "Es geht um das Gesamtpaket", meinte Brantner. Auch die Arbeitgeber halten sich bedeckt, wollen aber auch hier keine Zurufe von außen. Der Handelsverband, eine Interessensvertretung von mehr als 150 Handelsbetrieben, kann sich eine Erhöhung um 3,3 Prozent vorstellen, ließ er gestern per Aussendung wissen. Rene Tritscher, Buchmüllers rechte Hand bei den Verhandlungen, sagt dazu lediglich: "Ich glaube, wir können schon einschätzen, was für unsere Betriebe vertretbar ist."