Erstellt am 19. Juni 2012, 16:43

Zwist zwischen AUA- und Tyrolean-Betriebsrat. Bei den Austrian Airlines ist nun an einer weiteren Front ein Streit ausgerochen. Der AUA-Bordbetriebsrat ringt mit den Betriebsratskollegen der Regionaltochter Tyrolean um die Zuständigkeit im neuen gemeinsamen Flugbetrieb.

 Der AUA-Betriebsrat will sich auf dem Gerichtsweg seine Berechtigung als Vertretung für das AUA-Bordpersonal sichern, das sagte der Anwalt der AUA-Fliegenden, Roland Gerlach. Die beiden Betriebsräte (AUA und Tyrolean) sollen zumindest vorerst weiter für die jeweilige Belegschaft Ansprechpartner bleiben, so Gerlach auf APA-Anfrage. Es könne nicht sein, dass die größere AUA (rund 2.300 Piloten und Flugbegleiter) von der kleineren Tyrolean (950 Fliegende) geschluckt werde. Der Rechtsmeinung des AUA-Betriebsrates zufolge müsse nach dem 1. Juli bei einer konstituierenden Sitzung ein gemeinsamer Betriebsrat einberufen werden. Laut Gerlach "gehen die Betriebsratsmandate unter", falls dem nicht so sein sollte. Innerhalb eines Jahres müsse ein neuer Betriebsrat gewählt werden.

Nach Ansicht des AUA-Managements ist ab dem 1. Juli (Tag des Betriebsübergangs) nur noch der Betriebsrat der Tyrolean der Ansprechpartner - zumindest offiziell. Das will der AUA-Betriebsrat mit der Klage verhindern. Durch eine einstweilige Verfügung rechnet Gerlach in den "ersten Julitagen" mit einer vorläufigen Entscheidung. Der Antrag soll entweder diese oder nächste Woche vor Gericht eingebracht werden. Dies sei nicht früher möglich gewesen, weil die AUA das erst jetzt gesagt habe, so Gerlach.

Der Tyrolean-Betriebsrat strebt in einer Stellungnahme eine gemeinsame Belegschafts-Vertretung an. Die Situation sei juristisches Neuland, man will ebenfalls Rechtsmeinungen dazu einholen.