Erstellt am 06. Oktober 2011, 14:30

Präsentation des neuen ÖFB-Teamchefs. Der 50-jährige Schweizer Marcel Koller wurde am Dienstag in Oberwart als neuer ÖFB-Teamchef präsentiert. Hier die Bilder der Veranstaltung.

 |  NOEN, Daniel FENZ

Am Dienstag wurde im Messezentrum Oberwart um kurz nach 13:00 Uhr der neue Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft offiziell präsentiert: Marcel Koller.
 
Der 50-jährige Schweizer wird das ÖFB-Team in den nächsten zwei Jahren betreuen und versuchen, sich für die FIFA Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien zu qualifizieren.
 
Koller tritt seinen neuen Job am 1. November an, bei den abschließenden EM-Qualifikationsspielen gegen Aserbaidschan in Baku und gegen Kasachstan in Astana wird Interims-Teamchef Willi Ruttensteiner auf der Bank sitzen.
 
Im letzten Länderspiel des Jahres 2011 am 15. November in Lwiw gegen die Ukraine wird dann der neue österreichische Teamchef übernehmen, der vor 14 Tagen den ersten Kontakt mit dem ÖFB hatte.
 
„Die Gespräche sind sehr gut verlaufen, ich habe mir dann auch gleich DVDs bestellt und mir einige Spiele der österreichischen Nationalmannschaft angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Team einen sehr guten Fußball spielt und über junge Spieler verfügt, die sich noch gut entwickeln können.“
 
Koller hat auch gesehen, dass es immer wieder nur an Kleinigkeiten gefehlt hat. „Einmal hat man das entscheidende Tor nicht erzielt, dann sind hinten Tore passiert, wodurch man Punkte verloren hat. Aber das Potenzial ist vorhanden und ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam einen guten Weg gehen können.“
 
Gemeinsam wird in Zukunft eine große Rolle spielen, denn der neue Teamchef wird eng mit Sportdirektor Willi Ruttensteiner zusammenarbeiten, die Gespräche sollen in den nächsten Wochen vertieft werden, um zu sehen, wie „der richtige Weg“ aussieht, um den österreichischen Fußball weiter voran zu bringen: „Damit wir unsere hochgesteckten Ziele erreichen!“
 
Der zur Zeit noch in Zürich lebende Marcel Koller wird seinen Lebensmittelpunkt nach Österreich verlegen und voraussichtlich von Wien aus als Teamchef arbeiten.
 
Sich selbst charakterisiert der Schweizer so: „Ich bin ein Trainer, der Spiele gewinnen will, der erfolgreich sein will. Wenn wir nur zwei, drei junge Spieler in die Nationalmannschaft bringen, ist das kein Erfolg. Ich will in der Qualifikation eine gute Rolle spielen – auch wenn die Gruppe nicht leicht ist.“
 
Aber schon bei seinen letzten Stationen als Trainer, sei es in St. Gallen oder bei den Grasshoppers Zürich und vor allem beim VfL Bochum, hat Koller gezeigt, dass „meine Mannschaften über sich hinauswachsen können“.
 
Um solche Leistungen regelmäßig abrufen zu können, müssen Offensive und Defensive funktionieren. „Es geht nur gemeinsam, denn beides gehört zum Fußball dazu. Ich bin kein Trainer der gerne abwartet, die Spieler sollen nicht zögerlich agieren, wenn wir im Ballbesitz sind.“
 
Als Beispiel, was er von seinen Spielern erwartet, führt der 50-Jährige bei seiner Präsentation das EM-Quali-Spiel gegen Deutschland in Wien an. „Da hat man gesehen, was möglich ist und dass man auch gegen einen übermächtigen Gegner eine Chance hat“, so der sechste nicht-österreichische Teamchef in der ÖFB-Geschichte, der seinen Trainerstab in den nächsten Wochen zusammenstellen wird.
 
Dann geht es darum, den Spielern seine Philosophie zu vermitteln und vom Start weg für gutes Klima sorgen. „Die Spieler sollen gerne zum Nationalteam kommen.“ Dass er noch nie als Nationaltrainer gearbeitet hat, ist für Marcel Koller keine Hürde und schon gar kein Problem: „Sicher ist es eine Umstellung, aber ich werde mich schnell in diese Rolle einfinden.“
 
Zu dieser „Akklimatisierung“ gehören auch Besuche bei den Bundesliga-Vereinen und Dienstreisen zu den ÖFB-Legionären. „Mein Ziel ist es, mit allen Beteiligten, sei es Spieler, Trainer oder Manager, engen Kontakt zu halten. Wenn wir zur Weltmeisterschaft wollen, müssen viele kleine Mosaiksteine passen. Es kann nur funktionieren, wenn alle an einem Strang ziehen.“