Erstellt am 24. August 2011, 00:00

2,5 Millionen für Hallenbadsanierung. INVESTITION / Ohne große Renovierung kann das Bad nicht wiedereröffnet werden. ÖVP: „Fortbestand langfristig sichern.“

Minusgeschäft. Knapp eine halbe Million Euro jährlich wird der Erhalt des Hallenbades in den nächsten zwölf Jahren kosten. NINA SORGER  |  NOEN
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VON BETTINA EDER

EISENSTADT /  „Die einzige Alternative zur Sanierung ist, wir sperren das Hallenbad sofort zu. So hätten wir keine Haftung mehr übernommen“, erklärt Betriebsleiter Dietmar Eiszner. Der Beschluss über die 2,5-Millionen-Euro-Investition werde am Donnerstag im Gemeinderat gefasst, ließ die ÖVP wissen. Sehr zum Ärger von SPÖ, FPÖ und Grünen, die sich abseits der inhaltlichen Diskussion allesamt über den „fehlenden politischen Anstand der Mehrheitspartei ÖVP – diese hatte schon im Vorfeld den Startschuss der Sanierungsarbeiten angekündigt – ärgerten.

Inhaltlich dürften wohl Grüne und SPÖ – letztere vorbehaltlich einiger Zugeständnisse – zustimmen, ließen SP-Vizebürgermeister Günter Kovacs und Grünen-Sprecherin Yasmin Dragschitz im Vorfeld der Sitzung wissen. Kovacs dazu: „Wir stimmen nur zu, wenn das Bad familiengerechter wird und wenn wir getrennt über die Sanierungsvergabe sowie über die Anpassung der Tarife abstimmen. Das wollen wir noch mal durchrechnen.“

Dragschitz: „In 15 Jahren ist  Schluss mit dem Bad“

„Schweren Herzens“ werden auch die Grünen zustimmen: „Es ist viel Geld, aber Schüler und Vereine würden auf der Straße stehen. Ein Hallenbad ist ein Luxus, den wir uns die nächsten 15 Jahre leisten, dann ist Schluss“, erklärt Dragschitz und spricht damit die hohen Erhaltungskosten sowie die desolate Bausubstanz an. Die Stadtgemeinde rechnet mit Mehreinnahmen durch einen Anstieg der Badegäste, höhere Tarife und niedrigere Energiekosten. Dadurch sollen laut Gemeinderechnung in den nächsten zwölf Jahren per anno 40.000 Euro an Mehrkosten anfallen – zusätzlich zu den 450.000 Euro, die schon seit langem jährlich ins Bad gesteckt werden. Verärgert über die desolate Bausubstanz ist auch die FPÖ, die ihre Zustimmung noch offen lässt: „Laut Projektunterlagen ist davon auszugehen, dass diese nicht länger als weitere zehn bis 15 Jahre halten wird. Spätestens dann ist das Ende des Eisenstädter Hallenbades besiegelt.“

Auch der Zeitpunkt ärgert FPÖ-Stadtparteiobmann Geza Molnar: „Erst tut man jahrelang gar nichts und dann kommt man auf die glorreiche Idee, ein Hallenbad im Winter zu sanieren. Nächsten Juli ist wahrscheinlich das Freibad dran.“

WALDHÄUSL