Erstellt am 23. April 2015, 10:13

von APA Red

22-jähriger "Feuerteufel": Ein Jahr bedingt. Nach dem Brand bei einer Tankstelle sowie Legung mehrerer kleinere Feuer in Müllendorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) musste sich am Donnerstag ein 22-Jähriger in Eisenstadt vor Gericht verantworten. Er wurde wegen versuchter Brandstiftung und Sachbeschädigung schuldig gesprochen.

 |  NOEN, ROBERT PARIGGER (APA (Archiv/Parigger))

Der 22-Jährige muss 1.200 Euro Geldstrafe und 700 Euro Schadenersatz für abgebranntes Holz zahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Therapie-Start und gezeigter Wille positiv bewertet

Als mildernd berücksichtigt wurden neben dem bisher unbescholtenen Lebenswandel des Burgenländers auch dessen reumütiges Geständnis sowie der Umstand, dass es im Hinblick auf die Brandstiftung bei der Tankstelle nur beim Versuch geblieben war, da es zu keiner Feuersbrunst gekommen sei, begründete Vorsitzende Karin Lückl das Urteil.

Auch dass der 22-Jährige bereits eine Therapie begonnen habe und Schadenswiedergutmachung leisten wolle, wurden positiv bewertet.

BVZ.at hatte über die Brandstiftung im Dezember 2014 berichtet:

Das Schöffengericht sei "zu dem Schluss gekommen, dass es kontraproduktiv wäre, sie in Haft zu nehmen", was bei dem Strafrahmen von bis zu zehn Jahren durchaus angemessen gewesen wäre, erläuterte Lückl. "Sie müssen das jetzt als Chance sehen", meinte die Richterin.

Für den 22-Jährigen wurde Bewährungshilfe angeordnet. Er muss neben der Psychotherapie auch eine Alkoholentzugstherapie machen und sich ein Jahr in psychiatrische Behandlung begeben. Alle drei Monate ist zudem mittels Laborbefund festzustellen, ob Alkohol konsumiert wurde.


 

22-jähriger Müllendorfer "Feuerteufel" vor Gericht

Der gelernte Maurer soll laut Anklage im vergangenen Dezember in Müllendorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) bei einer Tankstelle einen Papiercontainer in Brand gesetzt haben. Staatsanwalt Christian Petö warf ihm auch das Anzünden von Türkränzen und mehreren Holzstößen vor.

Die Taten wurden voriges Jahr um die Weihnachtszeit verübt. Vor dem Schöffensenat (Vorsitz: Dr. Karin Lückl) bekannte sich der 22-Jährige schuldig. Er sei am 21. Dezember auf dem Weg nach Hause gewesen und dabei zufällig an der Tankstelle vorbeigekommen, erzählte der Beschuldigte.

"An Explosion habe ich nicht gedacht"

Zuvor habe er "sicher zwischen fünf und zehn Bier" getrunken. Dazu kam noch ein Streit mit einem Freund. Er sei "zornig und wütend" gewesen, schilderte der 22-Jährige. Der Container sei zwei bis drei Meter vom Tankstellengebäude entfernt gestanden: "Dass die Tankstelle explodieren könnte, an das habe ich nicht gedacht."

Er habe noch "ein bisschen gewartet" und sei dann nach Hause gegangen. Die Vorsitzende wollte wissen, wie hoch zu diesem Zeitpunkt die Flamme gewesen sei: "Zwei Meter", gab der Beschuldigte zur Antwort.

Auch Spiegel nach Streit beschädigt

Am Weg nach Hause habe er dann Türkränze angezündet. "Was haben sie sich gedacht, was passiert, wenn sie Türkränze bei einem Einfamilienhaus anzünden?" fragte ihn die Vorsitzende. "Ich habe mir schon gedacht, dass es wieder von alleine ausgehen wird", meinte der Befragte.

Der 22-Jährige gab zum, auch bei einem Fenster-Rollladen ein Papierstück in den Kunststoff-Stopper gesteckt und angezündet zu haben. "Dass es anfangen wird, zu brennen, war mir schon bewusst", sagte der Burgenländer.

Schließlich wollte die Richterin auch von ihm wissen, warum er die Spiegel von mehreren Autos beschädigt habe. Auch damals habe er mit einem Freund gestritten: "Da habe ich so eine Wut gehabt, da habe ich gedacht, jetzt muss ich irgendetwas abtreten oder so."

Störung durch Gutachten bescheinigt

Inzwischen mache er eine Therapie gegen die Aggressionen. "Das tut mir sehr gut", meinte der 22-Jährige. Am Anfang sei es sehr schwierig gewesen, "aber jetzt geht es mir immer besser."

Ein psychiatrisches Gutachten bescheinige dem Beschuldigten zwar eine Störung. Er habe jedoch zu den Tatzeitpunkten "sehr wohl gewusst, was er tut" und er habe auch das Unrecht seiner Handlungen einsehen können, erklärte der Staatsanwalt.

Der Verteidiger argumentierte ebenfalls mit einem Gutachten. Dieses bescheinige seinem Mandanten zum Tatzeitpunkt eine verminderte Schuldfähigkeit: "Das ist ein wesentlicher Milderungsgrund."

Die Taten seien "nicht so einfach passiert", sein Mandant habe "offenbar ein Problem gehabt zu dieser Zeit". Mittlerweile habe er eine Therapie begonnen und diese großteils erfolgreich abgeschlossen. "Er wird auch weiter an sich arbeiten, dass so etwas nie wieder vorkommt", bat der Anwalt um ein mildes Urteil.