Erstellt am 31. Januar 2012, 12:33

28-Jähriger wegen Vergewaltigung vor Gericht. Weil er im vergangenen Jahr seine Schwägerin zum Sex gezwungen haben soll, musst sich heute, Dienstag, ein 28-Jähriger in Eisenstadt vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf dem Arbeiter Vergewaltigung vor, der Angeklagte bekannte sich nicht schuldig.

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Der 28-Jährige soll die Schwester seiner Frau am 21. Oktober des Vorjahres zu sich in die Wohnung gebeten haben, damit sie ihm die Haare schneide. Anschließend hatte er die Frau laut Anklage unter einem Vorwand ins Schlafzimmer gelockt und dreimal versucht, sie zu vergewaltigen. Zum erzwungenen Beischlaf sei es nur deshalb nicht gekommen, weil sich die Schwägerin heftig gewehrt und geschrien hatte.

Die Frau habe bei der Auseinandersetzung Hämatome und Kratzspuren unter dem linken Auge und an den Handgelenken sowie am Hals und eine Bissverletzung am Rücken der linken Hand erlitten. "Das Opfer leidet seit dem Vorfall an Schlafstörungen und Angstzuständen", erklärte ihr Rechtsbeistand, der 3.000 Euro Schmerzensgeld forderte. Seine Mandantin befinde sich zudem in psychotherapeutischer Behandlung wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung, so der Jurist.

Der Angeklagte schilderte den Vorfall und die Vorgeschichte anders: Er habe mit der Schwägerin schon früher Sex gehabt. Diese hätte ihm gedroht, seiner Frau davon zu erzählen, wenn er nicht weiter mit ihr schlafe. Am bewussten Tag habe sie erneut Sex von ihm verlangt. Er sei jedoch seelisch so unter Druck gestanden, dass es nicht geklappt hätte. Daraufhin sei es zu einem handgreiflichen Streit gekommen, die Schwägerin habe ihrer Familie erzählt, dass er sie vergewaltigt hätte.

"Sie wollte ihn haben und hat das deutlich kommuniziert", erklärte der Verteidiger des gebürtigen Nigerianers. Die Frau, die im selben Haus gelebt habe, sei schon immer eifersüchtig auf ihre Schwester gewesen: "Das, was die Schwester hatte, wollte sie auch haben." "Die Frau ist krank", meinte der Anwalt.

Der Angeklagte sagte bei seiner Befragung, er habe seine Frau gebeten, der Schwester Hausverbot erteilen. Auf die Frage des Richters, warum er sie am 21. Oktober 2011 dann trotzdem in die Wohnung gelassen habe, meinte der 28-Jährige: "Ich wollte keine Probleme."

"Ich bin kein Vergewaltiger", beteuerte der Mann. Er stehe deshalb vor Gericht, weil seine Schwägerin gelogen habe. Gegen den 28-Jährigen hatten in Vergangenheit auch zwei ungarischen Frauen den Vorwurf der Vergewaltigung erhoben. Damals sei das Verfahren eingestellt worden, weil die Täterschaft nicht mit der für ein Strafverfahren notwendigen Sicherheit nachweisbar gewesen sei, so der Vorsitzende des Schöffensenats, Wolfgang Rauter.

Die Schwiegermutter des 28-Jährigen entschlug sich der Aussage. Bei der Befragung seiner Frau wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.