Erstellt am 25. Juni 2014, 12:20

von APA/Red

36 Jungstörche halten ihre Eltern auf Trab. In Rust im Burgenland war kürzlich wieder Storchenzählung angesagt. Das Ergebnis: 36 hungrige Mäuler werden derzeit von ihren Eltern über den Dächern der Freistadt mit Futter versorgt.

 |  NOEN, Uwe Zucchi (dpa)
Die Altstörche sind dabei ganz schön gefordert. In manchen Horsten herrscht sogar Gedränge: "Wir haben heuer vier Nester mit vier Jungstörchen drinnen", schildert Storchenvereins-Obmann Josef Karassowitsch.

Gezählt wird vom Kirchturm aus: "Wir haben 16 Paare in Rust, davon zwölf Brutpaare", erzählt Karassowitsch. Mit den drei Dutzend Jungtieren liege man annähernd im Schnitt vergangener Jahre. "Die machen schon die ersten Flugübungen. Sie sind schon ziemlich groß. Die Alten müssen am Abend schon ausweichen auf die Nachbarrauchfänge, weil sie keinen Platz mehr haben", berichtet der Vereinsobmann: "Wenn man so um acht, halb neun durch Rust fährt, ist bald jeder Rauchfang in der Hauptstraße besetzt."

Jungtiere mit ersten Flugübungen 

Mit dem Futternachschub gebe es derzeit kein Problem. "Jetzt geht wieder die Dreschzeit los", seit einigen Tagen laufe die Getreideernte. Das mache die Futtersuche einfacher: "Auf den Feldern gibt es Mäuse genug." Nahrung finden die Störche auch auf den Wiesen am Seeufer. Schon in der Früh kreisen dort 15 bis 20 Störche in der Luft, so Karassowitsch.

Die Jungtiere liegen morgens noch in den Nestern. Im Lauf des späteren Vormittags seien sie dann öfter zu sehen: "Aufstehen tun sie immer wieder, weil sie probieren, Flugübungen zu machen." Auch wenn ein Altstorch mit dem Futter naht, ist im Nest alles auf den Beinen. Wenn die Eltern anfliegen, recken sich ihnen bis zu vier gierige Schnäbel entgegen. Rasch ist die mitgebrachte Nahrung verputzt und der Altstorch hebt wieder ab.

Bei der Zählung habe man beobachtet, dass die Jungtiere gut gepflegt und gut ernährt seien: "Eigentlich sind die Alten gut dahinter diesmal." Lediglich ein Jungstorch sei heuer aus dem Nest geworfen worden. Das Treiben der Störche lässt sich auch im Internet verfolgen ( http://www.rust.at/index.php/webcams.html ). "Wir haben zwischen 600 und 700 Zugriffe am Tag auf die Webcam", sagt Karassowitsch.

Neben den Jung-Adebaren gibt es in Rust auch in der Storchenpflegestation einen Neuzugang aus der Buckligen Welt in Niederösterreich: "Den hat eine Frau gefunden und hat sich dann an uns gewandt", so Karassowitsch. Dem Tier, das möglicherweise angefahren wurde, musste ein Flügel abgenommen werden. Auch eine Fußverletzung wurde vom Tierarzt behandelt und sei gut verheilt. "Der ist ganz gut beinander", beschreibt der Obmann den mittlerweile fünften Dauerpflegling in der Station.

Etwa ab dem 20. August machen sich die Störche wieder zum Abflug in den Süden bereit. "Bis Ende August sind dann ziemlich alle weg." Bis dahin beäugen die Jungstörche noch neugierig aus ihren Nestern über den Dächern die Gegend.