Erstellt am 27. Februar 2013, 00:00

Abschied von Riedl. Trauer / Bernd Riedl, jener Uhrmachermeister, der beim Hohensteiner-Überfall niedergeschossen wurde, verstarb in der Vorwoche.

Verstorben. Bernd Riedl, der jüngste Uhrmacher-Meister Österreichs.  |  NOEN

EISENSTADT/WR. NEUSTADT / Ein langer Leidensweg hat in der Vorwoche sein Ende gefunden: Bernd Riedl, er hätte bald seinen 30. Geburtstag gefeiert, schloss für immer seine Augen. Der Wiener Neustädter war im November 2005 bei einem Überfall auf den Juwelier Hohensteiner in Eisenstadt von einem Räuber niedergeschossen worden. Seitdem hatte er im Landespflegeheim gelebt, wo er in der Vorwoche unerwartet verstarb.

Der ehemalige Wr. Neustädter BORG-Schüler hatte schon während der Schulzeit seine Leidenschaft für Uhren entdeckt und schaffte es schließlich zum damals jüngsten Uhrmachermeister Österreichs. Über Umwege fand er schließlich einen Job beim Juwelier Hohensteiner in Eisenstadt, auch namhafte Firmen wie Breitling hatten sich aufgrund seiner Fähigkeiten um Bernd Riedl bemüht.

Der Wiener Neustädter galt bei Familie, Freunden und Arbeitskollegen als freundlicher und hilfsbereiter Mensch, der sich für andere einsetzte. Und sein Einsatz für andere dürfte ihm bei dem Überfall auch zum Verhängnis geworden sein. Er wollte den Räubern nachlaufen – einer der Kriminellen wollte das verhindern und schoss. Bisher wurde einer der Täter zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Seine Eltern bedanken sich auf diesem Weg bei allen, die den langen Leidensweg seitdem mitgegangen sind. Vor allem auch bei den vielen anonymen Spendern. Bernd Riedl wird am Freitag, gegen 14.15 Uhr, am Wiener Neustädter Friedhof beigesetzt. Die Familie bittet, von Kranzspenden abzusehen. Spenden können an den Sterntalerhof, ein Hospiz für Kinder, gerichtet werden.