Erstellt am 07. November 2012, 00:00

„Alles nur Einteilung“. Geschafft / Großhöfleiner wollen eine Änderung – so interpretiert Oswald Kucher das Wahlergebnis. Wolfgang Rauter übernimmt den Ort.

Von Doris Fischer

GROSSHÖFLEIN / Schulterklopfen, Hände schütteln, Küsschen und Umarmungen – so sah der Sonntagnachmittag für Wolfgang Rauter, den neuen Bürgermeister von Großhöflein, aus. „Danke, danke“, waren die ersten Worte, die der frischgebackene Ortschef zufrieden und dankend über die Lippen brachte.

Rauter bietet nach wie vor Rechtsberatung an 

„Mit einem derartigen Erfolg hätte ich nicht gerechnet, und dass die Großhöfleiner so hinter mir gestanden sind, freut mich ungemein. Ganz sicher war ich mir aber nicht“, schmunzelte Rauter, der seinen Kontrahenten Oswald Kucher (SPÖ) in der Stichwahl entthronte. 61,4 Prozent der Stimmen konnte der Liste Burgenland-Mann erreichen. Oswald Kucher kam auf 38,6 Prozent. Bereits bei seinem zweiten Antreten bei den Gemeinderatswahlen gelang es Rauter, den Bürgermeistersessel für sich zu erobern. Die Vereinbarkeit von Beruf als Richter und das Bürgermeisteramt seien, so Rauter, eine Frage des Zeitmanagements. Einmal die Woche wird es eine dreistündige Sprechstunde geben und auch die Samstagvormittage möchte er beibehalten.

Für Oswald Kucher, der zehn Jahre die Geschicke der Gemeinde leitete, war es nicht die erste Stichwahl. Bereits vor fünf Jahren musste er sich gegen seinen ÖVP-Gegenkandidaten Johann Zonschits durchsetzen. 2007 gelang ihm dies. Nun verlässt der in der Gemeindeabteilung des Landes Beschäftigte das politische Parkett. „Ich habe meinen Rückzug schon bekannt gegeben“, ließ er kurz nach der Wahl wissen. Auf die Frage, wie es ihm jetzt nach der Niederlage gehe, antwortete der langjährige Bürgermeister: „Eine Last ist von mir gefallen.“ Nachdem er die Schuld für die Wahlniederlage in seiner Person als Spitzenkandidat suchte, sei sein Abgang nur die logischste Konsequenz. „Ich habe für Großhöflein viel erreicht, aber die Bevölkerung hat das nicht so gesehen. Das Ergebnis hat gezeigt, dass die Großhöfleiner eine Änderung wollen“, ist sich Kucher sicher.