Erstellt am 29. Juni 2011, 00:00

Am Telefon belästigt. WERBEANRUFE / Telefonkeiler haben es auf Kontodaten abgesehen. Dabei gehen sie brutal vor.

Frech. Anrufer versprechen Euromillionen-Gewinne.BILDERBOX  |  NOEN
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LEITHAPRODERSDORF /  „Man ist ja von Telefon-Keilern einiges gewohnt, aber das grenzte an Terror. Der Mann hat innerhalb weniger Wochen siebenmal angerufen und war sehr dreist. Beim letzten Anruf hat er sogar ins Telefon gebrüllt, dass er die Kontodaten haben will, weil mein Mann und ich angeblich einen Lottoschein abgeschlossen hätten, der jetzt mit 1400 Euro fällig wäre“, schildert eine entnervte Leithaprodersdorferin. Sie ging mit ihrem Fall vergangene Woche zur Polizei und zur Arbeiterkammer.

Beim Kriminaldienst bestätigt man, dass derartige Anrufe in letzter Zeit immer dreister und häufiger würden, ohne finanziellen Schaden der Opfer seien der Polizei aber die Hände gebunden. Ein Ermittler stellt jedoch fest: „Solche extremen Fälle grenzen allerdings schon an Stalking.“

Dies bestätigt auch Judith Leeb-Palme von der Konsumentenschutzabteilung der Arbeiterkammer. Mit den Worten „Herzlichen Glückwunsch! Sie haben eine Reise in die Türkei gewonnen. Leider hat es für den ersten Preis, ein Auto, nicht gereicht“ melden sich findige Telefonkeiler. Sie haben es, so Leeb-Palme, vorwiegend auf die Kontodaten der Leute abgesehen. „Sehr beliebt sind die Euromillionen-Gewinne. Hier wird einem eine Tippgemeinschaft angedreht“, berichtet die Konsumentenschützerin und für viele ist es nicht so leicht, aus einem derartigen Geschäft rauszukommen. „Viele wissen nicht, dass sie ein siebentägiges Rücktrittsrecht haben“, versichert Leeb-Palme, und rät, einen eingeschriebenen Brief an das besagte Unternehmen zu senden. Derartige Musterbriefe gibt es auf der Homepage der Arbeiterkammer. „Nie die Kontodaten preisgeben und grundsätzlich bei Werbeanrufen sofort auflegen“, rät Leeb-Palme.