Eisenstadt

Erstellt am 03. August 2016, 06:12

von Doris Fischer

Schüsse auf Asylwerber? „Wir wurden verfolgt“. Ein 19-Jähriger dürfte mit seiner Schreckschusspistole auf zwei irakische Asylwerber in Eisenstadt geschossen haben.

Gefährlich. Mit einer Schreckschusspistole soll ein 19-Jähriger auf zwei irakische Asylwerber gefeuert haben. Er konnte von der Polizei bereits festgenommen werden. Symbolfoto: Bilderbox  |  Bilderbox

Schüsse aus Schreckschusspistolen hielten in der Vorwoche die Polizei auf Trab (BVZ.at hatte berichtet, siehe unten).

Bereits am Montag der Vorwoche meldeten zwei Asylwerber aus dem Irak, dass sie am Hotterweg drei Schüsse gehört haben. Schon einen Tag später konnte der mutmaßliche Täter, ein 18-Jähriger aus dem Bezirk, ausgeforscht werden. Er war mit seinem Bruder im Auto unterwegs. Gegenüber der Polizei gab er an, wahllos geschossen zu haben.

„Gezielte Schüsse auf die Asylwerber!“

Nun berichteten die beiden Flüchtlinge gegenüber ihrem Vermieter, dass das Auto bereits vor ihrer Unterkunft gewartet hat. „Wir wurden verfolgt“, sagten die Beiden gegenüber ihrem Vermieter. „Es ist gezielt auf sie geschossen worden“, ist sich die Betreuerin sicher und ergänzt: „Derartige Vorfälle können bei den Klienten Traumatisierungen hervorrufen. Sie sind aus Kriegsgebieten geflohen. Für sie und auch alle anderen ist es schwierig, eine Schreckschusspistole von einer echten zu unterscheiden.“

Weiters merkt die Betreuerin an, dass rassistische Übergriffe derzeit burgenlandweit zunehmen. Am Mittwoch der Vorwoche wurden auch Schüsse im Eisenstädter Schlosspark abgegeben.

Ein 19-Jähriger aus Eisenstadt konnte schließlich vom Operativen Kriminaldienst als Täter ausgeforscht werden. Gegenüber der Polizei gab der 19-Jährige an, seine Schreckschusswaffe ausprobiert zu haben und keinesfalls Personen bedrohen oder gefährden zu wollen.

„Im Zuge der Ermittlungen haben wir auch noch verbotene Waffen bei dem mutmaßlichen Täter gefunden“, stellt Stadtpolizeikommandant Friedrich Tinhof fest. Weiters werde im Drogenmilieu ermittelt. Bislang war der 19-Jährige der Polizei nicht aufgefallen.