Erstellt am 01. Juli 2015, 06:16

von Sandra Koeune und Nina Sorger

Anzeige: Aus für Kirschencocktail?. „Bündnis der Gastronomie Österreichs“ zeigte Verein „Freunde des Kirschencocktails“ sowie JVP Schützen wegen der Beachparty an. Die Bezirkshauptmannschaft ermittelt.

Großveranstaltung. Laut offiziellen Zahlen feiern jährlich rund 3.500 Besucher beim Kirschencocktail in Donnerskirchen. Foto: Sorger  |  NOEN, Nina Sorger

Das „Bündnis der Gastronomie Österreichs“ (BDGA) hat gegen den Verein „Freunde des Kirschencocktails“, der den 52. Kirschencocktail organisiert (

), wegen unbefugter gastgewerblicher Tätigkeit Anzeige erstattet.

„Der Kirschencocktail wurde die letzten Jahre von der JVP organisiert und die Bezirkshauptmannschaft hat ein Auge zugedrückt. Jetzt wurde ein Verein gegründet, mit demselben Obmann, um diese Veranstaltung doch zu organisieren“, ärgert sich der Obmann des BDGA, Manfred Mader.

„Beatschuppen“ aus alter Ankündigung

„Allerdings erfüllt der Verein nicht die Ausnahmebedingungen. Veranstaltungen müssen nach außen hin erkennbar zu materiellen Förderungen eines bestimmten Zweckes abgehalten werden. Eine Angabe, dass der Reinerlös ausschließlich einem gemeinnützigen Zweck zugute kommt, reicht nicht. Es geht hier um viel Geld. Laut Facebook kommen rund 4.000 Personen. Bei einem Eintritt von zehn Euro und einer Durchschnittskonsumation von 15 Euro ergibt dies einen Umsatz von mindestens 100.000 Euro und dies, ohne Steuern zu zahlen oder angemeldete Mitarbeiter zu haben. Auch werden laut unseren Informationen die Sicherheitsmaßnahmen im sogenannten ,Beatschuppen‘ nicht eingehalten“, meint Mader.

Auch in den Bezirken Neusiedl und Mattersburg gibt es Probleme mit Events:

Michael Bayer, Obmann des Vereins „Freunde des Kirschencocktails“, dazu: „Den ,Beatschuppen’ gibt es schon lange nicht mehr, und es gibt auch keine regelmäßigen Konzerte. Außerdem kommen zu uns 3.500 Menschen, mehr sind nicht zugelassen, seit das neue Gelände 2013 abgenommen wurde.“

Tatsächlich beruft sich das BDGA auf eine Ankündigung auf der Donnerskirchener Gemeindehomepage. Dort wurde aber fälschlicherweise der Werbetext für den Kirschencocktail 2013 verwendet, wo eben jener „Beatschuppen“ sowie alte Besucherzahlen erwähnt wurden. Der Text wurde mittlerweile gegen einen aktuellen ausgetauscht.

Zum Reinerlös gibt Bayer an, dass der Reingewinn aus Getränken und Eintritten abzüglich der Organisationskosten im Vorjahr ........ Euro betragen habe. Bayer weiter: „Es gibt viele Auflagen für das Veranstaltungsgelände, an alle halten wir uns. Das wurde vorher von der BH abgenommen.“ Er sieht keine Gefahr für den Kirschencocktail: „Wir haben alles erfüllt, daher lassen wir uns nicht von dem Bündnis einschüchtern.“

Auch Anzeige wegen Beachparty in Schützen

Die Entscheidung, ob das Fest stattfinden wird oder nicht, liegt bei der BH: „Es läuft ein Überprüfungsverfahren. Wir werden die Rechtmäßigkeit des Vereines und die Zweckmäßigkeit prüfen und feststellen, ob die Ausnahmegenehmigung erteilt wird oder nicht“, wird seitens der BH erklärt.

Eine Anzeige wegen unbefugten Ausübens gastronomischer Tätigkeit hat das BGDA am Dienstag auch gegen die JVP Schützen wegen der Beachparty am 18. Juli erstattet.

Auch hier ist die JVP nicht mehr Veranstalter: „Wir haben vor zwei Monaten den ,Jugendverein Schützen‘ gegründet, der die Beachparty veranstaltet. Der Erlös wird gemeinnützigen Zwecken gespendet. Das wurde alles im Vorfeld mit der BH abgeklärt“, so Bürgermeister Roman Zehetbauer (ÖVP). Er will nun „mit der BH abklären, wie wir weiter vorgehen.“

Zumindest beim Kirschencocktail kann man seit kurzem aufatmen: