Erstellt am 22. April 2015, 06:20

von Nina Sorger und Werner Müllner

Wirbel wegen Qualm. Restaurant im Wifi angezeigt, weil Raucherbereich offen. Wirtin: „Klare Trennung, aber Türen mittags für Kellnerinnen offen.“

Streitpunkt. Die Abgrenzung von Raucher- und Nichtraucherbereichen sorgt immer wieder für Dispute und Anzeigen. Foto: Müllner  |  NOEN, Müllner
Die Raucherbestimmungen in Lokalen spalten die Gästeschar und sind immer wieder Gegenstand von Streit und Anzeigen. Nun wurde das Restaurant „Scheuhammer im Wifi“ bei der Stadtgemeinde Eisenstadt angezeigt.

In der Anzeige, die der BVZ vorliegt, beanstandet der Beschwerdeführer, der das Lokal kürzlich besuchte: „An beiden Tagen wurde im Hauptraum geraucht. Es waren an beiden Tagen die für die Trennung und den Schutz der Nichtraucher vorgesehenen Trennungstüren dauernd offen beziehungsweise sogar festgemacht. An genanntem Restaurant war keine Kennzeichnung, ob ein geschlossener Nichtraucherraum (Hauptraum), Trennung Raucher/Nichtraucher vorhanden ist.“ (Auszüge)

Offene Türen wegen vieler Mittagsgäste

Der Anzeigenführer ersucht der Magistrat Eisenstadt, dass alle Bestimmungen im Sinne des Tabakgesetzes umgesetzt werden, andernfalls wolle er sowohl gegen das Restaurant als auch gegen den Magistrat Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstatten.



Wirtin Gerlinde Scheuhammer, die seit 2012 gemeinsam mit ihrem Gatten Johannes das Restaurant in der Wirtschaftskammer betreibt, erklärt dazu: „Wir haben sehr wohl abgetrennte Bereiche: vorne an der Bar für die Raucher mit sechs Tischen, hinten die schönen, ruhigen Räume als Nichtraucherbereich.“

Sie räumt allerdings ein: „Mittags sind die Türen meistens offen, damit unser Personal mit den Tabletts durchkommt – das geht nicht anders – aber die Türen sind nicht verankert.“

An konkrete Beschwerden in letzter Zeit kann sie sich nicht erinnern: „Natürlich gibt es immer wieder Leute, die bitten, die Türen zu schließen, aber vergangene Woche gab es keine Beschwerde.“

Raucher-Lounge wird nun geplant

Seitens der Wirtschaftskammer bestätigt Direktor-Stellvertreter Harald Schermann: „Die derzeitigen gesetzlichen Regelungen werden eingehalten. [...] Auch sind die Nichtraucher-/Raucherbereiche entsprechend gekennzeichnet. Dass die Trenntür zwischen Raucher- und Nichtraucherbereich geöffnet war, war möglicherweise wegen der erhöhten Gästefrequenz zur Mittagszeit. Auch haben mir die Pächter mitgeteilt, dass sie derzeit mit dem Hauseigentümer, der Wirtschaftskammer-Immobilien GmbH., an einer generellen Nichtraucher-Lösung für das Lokal arbeiten.“

Wie zu hören ist, ist eine eigene Raucherlounge außerhalb des Lokals angedacht.

Die Stadtgemeinde Eisenstadt erklärt zu der Anzeige: „Wie in allen anderen Fällen bisher, werden die zuständigen Organe Nachschau halten und Überprüfungen durchführen.“