Erstellt am 11. Mai 2016, 12:52

von APA Red

Aufs Handy geschaut: 23-Jähriger nach Unfall vor Gericht. Weil er im vergangenen Juli beim Autofahren auf sein Handy geschaut und deshalb auf der Südostautobahn (A3) bei Hornstein (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) einen Unfall verursacht haben soll, hat sich am Mittwoch ein 23-Jähriger vor Gericht verantworten müssen.

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Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt wirft dem Angeklagten fahrlässig schwere Körperverletzung vor. Der 23-Jährige gab bei der fortgesetzten Verhandlung (die erste fand vor etwa zwei Monaten statt, Anm.) erneut an, nicht aufs Handy, sondern auf die Uhr rechts neben ihm gesehen zu haben.

Er habe einen Ruck gespürt, dann sei es zum Verkehrsunfall gekommen. Von den insgesamt drei Mitfahrern spürte jedoch niemand etwas, erinnerte sich ein Polizeibeamter.

"Fürchte, Sie werden mir noch viel Freude machen"

Außerdem gaben die drei Mitfahrer an, dass der Angeklagte mit dem Handy gespielt und sich dem vor ihm fahrenden Wagen auf etwa fünf Meter genähert hätte. Der junge Burgenländer blieb jedoch auch vor dem Sachverständigen bei seiner Version und meinte, es seien mindestens 30 Meter Abstand zum Vordermann gewesen.

Weiters berichtete der Beamte vor Gericht, dass der 23-Jährige einem Mitfahrer gesagt haben soll, er solle sagen, dass er nicht aufs Handy geschaut habe, sondern dass ein technischer Defekt für den Unfall verantwortlich sei.

Neben dem Unfall wurde am Mittwoch auch eine weitere zusätzliche Strafsache gegen den Nordburgenländer behandelt. Der junge Mann muss sich nun auch wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten, weil er im November 2015 einem jungen Mann einen Kopfstoß versetzt haben soll, der dadurch u.a. eine Schädel- sowie Nasenprellung erlitt. Auch diese Vorwürfe bestritt der Angeklagte, der angab, versucht zu haben, sich mit dem Opfer außergerichtlich zu einigen.

Richter Wolfgang Rauter klärte auf und meinte: "Derartige Dinge kann man nicht außergerichtlich einigen - vielleicht in Amerika, aber nicht bei uns" und ergänzte: "Ich fürchte, Sie werden mir noch viel Freude machen". Da im zweiten Fall noch Zeugen einvernommen werden sollen, wurde der Prozess auf unbestimmte Zeit vertagt.