Erstellt am 21. Dezember 2011, 00:00

Aus für Lindenstadion. ABRISS / Seit dem Konkurs verwahrlost, wird das geschichtsträchtige Stadion nun Stück für Stück abgetragen.

Ein Bild, das so manchen Eisenstädter Fußballfan wehmütig werden lässt. Vom Stadion, das früher als eines der schönsten im gesamten Bundesgebiet zählte, ist nicht mehr viel übrig.  |  NOEN, ZVG

VON BETTINA EDER

EISENSTADT /  „Damit wird ein großer Teil der burgenländischen Fußballgeschichte abgetragen“, kommentiert Wolfgang Stadler, Mitglied des legendären SCE-Fanclubs „Bad Boys Red“ die Arbeiten im Lindenstadion. Dieser Tage fuhren Bagger auf und ließen einen Teil des geschichtsträchtigen Stadions – das desolate Tribünendach – verschwinden.

Das Stadion, das in den 70er und 80er Jahren die Massen anzog, war seit dem Konkurs des SC Eisenstadt 2008 verwahrlost und wird nun Stück für Stück abgetragen. „Sicherheitsmaßnahmen“ wie es vom Eigentümervertreter, Esterházy-Betriebe-Direktor Hans Christian Karall, heißt.

„Ich geh’ da gar nicht mehr rauf, ich will’s nicht sehen, weil es mich zerreißt“, schildert Stefan Csapo die Emotion beim Gedanken an das Lindenstadion. Über ein Jahrzehnt war er als Platzwart beim SC Eisenstadt tätig, acht Jahre davon hat er mit seiner Familie im Clubhaus gewohnt.

„Das Stadion hat nicht nur eine, sondern viele wunderschöne Geschichten. Auch ich hab’ an das Stadion emotionale und romantische Erinnerungen, aber die Umgebung hat sich weiterentwickelt. Die Infrastruktur würde für einen Spielbetrieb nicht mehr passen“, so Karall.

„Überleben“ könnte jedoch das Clubhaus, denn ein Abriss ist derzeit nicht in Planung, jedenfalls „sol ange die Nutzung des Areals noch nicht geklärt ist“.