Eisenstadt

Erstellt am 19. Juli 2017, 06:23

von Martin Ivansich

Der SC Eisenstadt 1907 ist gescheitert. Kurz vor Transferschluss musste Obmann Hans Kusolits w.o. geben – und nahm die Schuld des Scheiterns auf sich. Von Thomas Steiger und

Hans Kusolits musste das vorläufige Aus verkünden. Der SCE-Obmann gestand letztlich Fehler im Vorfeld ein. Foto: Ivansich  |  BVZ

Am Montagabend, also kurz vor Ende der Übertrittszeit um 24 Uhr, erfolgte der Paukenschlag: Der im Vorjahr neu gegründete SC Eisenstadt 1907 wird, obwohl bereits mitausgelost und scheinbar bereit für die Meisterschaft, (wieder) nicht am Spielbetrieb der 2. Klasse Nord teilnehmen.

Dabei schienen die vergangenen rasanten Wochen im Leben von SCE-Obmann Hans Kusolits Richtung einer positiven Lösung der mittlerweile unendlichen Geschichten zu gehen.

„Im Moment bin ich leer und müde. Ich habe im Vorfeld zu viele Fehler gemacht.“Hans Kusolits über das vorläufige Ende des SC Eisenstadt 1907

Erst vor kurzem gelang ihm mit Franz Weber schließlich ein Transfer-Coup in Sachen Trainer. Gemeinsam mit Weber und Kassier Christoph Görtz arbeitete Kusolits daran, um ein Team für die kommende Saison stellen zu können – doch vergebens.

Letztendlich sollte das Projekt SCE am nicht vorhandenen Geld scheitern, wie sich am „Deadline Day“, also am Tag des Transferschlusses, herausstellte. „Wir hatten etliche Zusagen von Spielern. Doch der Verein hatte nicht die Möglichkeit, sie zu verpflichten – nicht einmal Leihgebühren konnten bezahlt werden“, so ein konsternierter Franz Weber über das vorherrschende Chaos beim SCE. „Die Idee, den traditionsträchtigen Namen „SC Eisenstadt“ wieder zu einem Aushängeschild zu machen, ist gut – doch es war zu kurzfristig und zu knapp“, so Weber weiter.

Die Telefone liefen bis zuletzt auch bei Christoph Görtz heiß, der sich tagelang um Spieler bemühte, die zum SCE wechseln sollten: „Ich habe viel Herzblut und Zeit in diese Sache gesteckt. Umso enttäuschter bin ich jetzt, dass es so enden musste. Es ist auch für mich ein schwerer Schlag, denn wir sind kurz vor der Ziellinie gescheitert.“

Spekuliert wurde auch viel über mögliche Sponsoren und Geldgeber, die dem „SCE neu“ das nötige „Kleingeld“ zur Verfügung stellen sollten, um eine gute Basis für einen funktionierenden Verein zu haben. Kusolits selbst brachte hier immer wieder den Namen Frank Stronach als möglichen Mäzen ins Spiel. Doch auch auf dieser Ebene konnten der Obmann und Co. letztlich keine Erfolge vermelden.

„Der Weg des SCE darf trotzdem nicht enden“

Völlig perplex und am Boden zerstört zeigte sich Hans Kusolits, der sich selbst die Schuld am erneuten Scheitern gab: „Uns haben im letzten Moment 14 Spieler abgesagt. Als bei den Gesprächen der Name Frank Stronach als potenzieller Geldgeber wieder aufgetaucht ist, haben einige schlichtweg zu viel gefordert. Wir müssen nun w.o. geben, das nehme ich voll und ganz auf meine Kappe. Ich habe im Vorfeld zu viele Fehler gemacht.“

 Im Vorjahr scheiterte der Versuch, an der Meisterschaft teilzunehmen, aufgrund des zu engen Zeitkorsetts. Nun, ein Jahr später, wird es wieder nichts. Trotz des Scheiterns verriet Kusolits auf die Frage, ob er 2018 doch noch mit dem SCE durchstarten wolle, nur soviel: „Im Moment bin ich leer und müde. Aber es wäre schade, wenn wir den Weg, den wir eingeschlagen haben, nicht auch zu Ende gehen.“

Seitens des Burgenländischen Fußballverbands äußerte sich Präsident Gerhard Milletich zur nächsten SCE-Posse wie folgt: „Es überrascht mich nicht, weil die bisherige Vorgehensweise des Vereins damit jetzt nur bestätigt wurde.“

Rein sportlich wird die bereits ausgeloste 2. Klasse Nord nun mit 13 (statt 14) Klubs absolviert – das heißt, dass ein Team pro Runde spielfrei ist.