Eisenstadt

Erstellt am 16. September 2016, 13:10

von BVZ Redaktion

Ärger über „Cruiser“ in der Mattersburger Straße. Geheime Treffen von Autofreaks in der Mattersburger Straße zehren an Nerven der Anrainer. Polizei setzt auf Radarkontrollen.

Ein Quietscherl. Autofreaks treffen sich regelmäßig entlang der Mattersburgerstraße und auf den Parkplätzen der Einkaufszentren, was man an den dortigen Reifenspuren leicht erkennen kann. Foto: Shutterstock  |  BVZ

Reifenquietschen und Motorengeheul gehören zur spätabendlichen Geräuschkulisse, wenn man sich dem Merkur-Parkplatz an der Mattersburger Straße nähert. Sogenannte „Cruiser“ treffen sich dort.

Das sind Autofreaks, die ihre teils tiefergelegten und hochgetunten Autos präsentieren, die Mattersburger Straße hinauf- und hinunterrasen und ihre Kunststückchen – etwa einen sogenannten „Burn out“, das Durchdrehen der Reifen, bis diese rauchen, oder einen „Donut“, bei dem man enge Kreise fährt, um die Reifen zum Durchdrehen zu bringen.

Anrainerin: „Fühle mich hier nicht mehr sicher“

Die lautstarken Treffen zehren an den Nerven der Anrainer, die die Reihenhausanlage direkt hinter dem Merkurmarkt bewohnen. „Jeden Abend, bis in die Nacht hinein, hören wir die Reifen quietschen, die Motoren heulen und die Leute schreien. Wir können keine Nacht ruhig schlafen“, ärgert sich Silvia Barillich, die seit November mit ihrer Familie hinter dem Merkur wohnt: „Die Autos stellen auch eine Gefahr dar, weil sie auch bei uns die Straße entlangbrettern.“

Man habe bereits versucht, mit den Autofahrern zu reden: „Mein Mann wollte sie einmal zur Rede stellen, da haben sie ihn mit ihren Autos umzingelt. Ich als Frau fühle mich hier nicht mehr sicher“, so die verzweifelte Anrainerin, die sich bereits an die Polizei gewandt hat.

Auf Hinweise der Eisenstädter Bürger angewiesen

Seitens der Polizei ist man sich des Problems der Treffen bewusst: „Wir gehen das Problem im Zuge des Projektes ,Gemeinsam sicher‘ mit den Bürgern und Behörden an und wollen mit diesen Jugendlichen in Kontakt kommen“, so Stadtpolizeikommandant-Stellvertreter Günter Hauer. Dieser weiter: „Allerdings ist es für uns schwierig, weil diese Autofreaks sehr gut organisiert sind und offenbar gewarnt werden, sobald eine Streife in der Nähe ist.“

Man setze auf „verstärkte Radarüberwachung mittels Radarpistole aber auch mobile Radars“, so Hauer: „Außerdem überprüfen wir verstärkt die technische Ausstattung von Fahrzeugen in dem Bereich, um getunte Autos gegebenenfalls aus dem Verkehr zu ziehen.“

Um die Autofreaks „auf frischer Tat“ zu erwischen, sei man auf Hinweise der Eisenstädter Bürger angewiesen, allerdings warnt Hauer: „Man sollte nicht selbst hingehen und mit den Jugendlichen sprechen, um brenzlige Situationen zu vermeiden, sondern sofort die Polizei rufen.“