Erstellt am 27. Februar 2013, 00:00

Bahnschleife vor Bau, Haltestelle abgesagt. Bahnschleife / Direktverbindung nach Wien wird gebaut, Haidäcker-Haltestelle nicht geplant. Politik: „Wir werden uns das ansehen.“

Zug fährt durch. In der Nähe dieser Stelle – beim Bahnübergang Haidäckerpark – wurde überlegt eine weitere Zughaltestelle einzurichten. Diese ist jetzt vom Tisch. Er wird vom Bahnhof bis zur neuen Haltestelle Wulkaprodersdorf durchfahren. Müllner  |  NOEN
Von Bettina Eder

EISENSTADT / Vor kurzem wurde nach einem Jahrzehnt Diskussion (siehe Infobox) der eisenbahnrechtliche Bescheid für die Bahnschleife erteilt. Überraschend: Die vor zwei Jahren noch im Raum stehende zusätzliche Haltestelle Nähe Haid äckerpark ist nicht mehr in den Plänen erhalten. „Das ist wieder suboptimal. Da brennt der Hut, da gehört ein Schulterschluss in der Gemeinde her. Ich bin bereit, dafür zu kämpfen, denn das ist für die vielen geplanten Projekte dort wichtig“, erklärt SPÖ-Vize und Verkehrssprecher Günter Kovacs. Denn das umliegende Gelände gilt auch als „heißer Kandidat“ für den Neubau der Gebietskrankenkasse und weiterer Bauten. Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP): „Natürlich macht eine Haltestelle für das Erschließen des Gebietes Sinn, aber jeder Stopp bedeutet wieder weniger Zeitersparnis für die Pendler.

Zudem wurde damals von Seiten der ÖBB argumentiert, dass auf so kurzer Strecke (Anm.: mit Bahnhof und Haltestelle bei der HTL) drei Haltestellen zu viel wären. Wir werden uns jetzt einmal den Bescheid ansehen, dann mit den ÖBB reden.“ Begleitmaßnahmen würden mit dem Stadtentwicklungsplan diskutiert. Ideen gebe es dazu laut dem Leiter der Mobilitätszentrale, Roman Michalek: „Da gibt es ein Konzept, das umgesetzt werden kann, sobald sich der Bau der Schleife abzeichnet.“ Keine Überraschung ist das „Fehlen“ der Haltestelle für die ÖBB. „Das ist lose zur Diskussion gestanden“, betont Sprecher Christoper Seif, doch sei es nicht mehr weiterverfolgt worden, nachdem die Strecke bis Wulkaprodersdorf nicht zweigleisig werde.



Infos zur Schleife
Seit Anfang der 2000er Jahre wird über den Schleifenbau diskutiert. Die ÖBB Infrastruktur AG plant eine neue Eisenbahnschleife zwischen der Raaberbahn und der Strecke von Neusiedl am See nach Eisenstadt, um die Fahrzeit nach Wien zu verkürzen. Diese Schleife ermöglicht es, umsteigefrei von Eisenstadt nach Wien zu fahren. Die Schleife Eisenstadt entfaltet ihre volle Verkehrswirksamkeit laut Experten allerdings erst mit der Errichtung der Schleife Ebenfurth und dem zweigleisigen Ausbau der Pottendorfer Linie, die von der ÖBB allerdings vorerst auf Eis gelegt wurde. Bis dahin bedeutet der 1,8 Kilometer lange Schleifenbau eine Fahrtzeitverkürzung von fünf Minuten. 20,3 Millionen Euro sollen investiert werden. Nach dem Erlass des eisenbahnrechtlichen Bescheides des Ministeriums läuft nun die Einspruchsfrist, dann prüft das Land die Umweltverträglichkeit.