Erstellt am 05. Januar 2011, 00:00

Bankbetrug: Gibt es noch einen Komplizen?. VERUNTREUT / Anwalt des Ex-Oberbank-Mitarbeiters möchte wissen, welche Rolle ein ungarischer Geschäftspartner spielte.

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EISENSTADT / Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den langjährigen Mitarbeiter der Oberbankfiliale in Eisenstadt laufen auf Hochtouren. Immer mehr Details gelangen an die Öffentlichkeit: Wie von Seiten der Staatsanwaltschaft zu erfahren ist, soll der Verdächtige im Zeitraum von Mai 2008 bis Dezember 2010 nach derzeitigem Ermittlungsstand 8,25 Millionen Euro von Kundenkonten unterschlagen haben. „Unter einem Vorwand ließ er sich von den Kunden Blankoschecks unterfertigen oder fälschte diese zum Teil selbst“, beschreibt Staatsanwältin Theresia Schneider-Ponholzer die Vorgehensweise. Wegen Verdunkelungsgefahr wurde er in der Justizanstalt Eisenstadt in Untersuchungshaft genommen. Kurz darauf überstellte man ihn in nach Wiener Neustadt (Niederösterreich). „Die Verlegung hatte keinen ermittlungstechnischen Hintergrund. Es hätte die Gefahr bestehen können, dass man ihm ein Nahverhältnis zu Justizwachebeamten nachsagen hätte können. Immerhin haben einige ein Konto bei der Bank“, stellt Major Klaus Faymann von der Justizanstalt Eisenstadt fest.

Anwalt sieht Banker  als „Bauernopfer“

Derzeit mehren sich die Gerüchte, dass der Bankmitarbeiter auch Komplizen gehabt haben könnte. Schneider-Ponholzer bestätigt, dass von „weiteren Verdächtigen“ ausgegangen werde: „Er hatte einen ungarischen Geschäftspartner. Es stellt sich die Frage, ob dieser wusste, woher das investierte Geld stammte. Das ist Gegenstand der Ermittlungen“, lässt Schneider-Ponholzer wissen. In die gleiche Kerbe schlägt der Rechtsanwalt des Ex-Bankangestellten. Klaus Ainedter sieht seinen Mandanten als „Bauernopfer“. Er will die Rolle eines ungarischen Geschäftspartners klären. In der Oberbank-Zentrale in Linz hingegen geht man nach wie vor von einem Einzeltäter aus. Von einem Komplizen oder davon, dass – wie andere Gerüchte besagen – eine weitere Mitarbeiterin suspendiert worden sei, weiß man in der Zentrale nichts. „Eine Suspendierung hätten wir vorgenommen“, so Frank Helmkamp von der Oberbank-Zentrale.

Rolle des ungarischen  Geschäftspartners klären

Da der Banker Grundstücke und Lokale in Ungarn besitzt, wird getuschelt, dass das Lokal in Ungarn „ein Fass ohne Boden gewesen sein soll“ und ihm die „ungarische Mafia“ ziemlich zugesetzt habe. Dies wollte man von der Staatsanwaltschaft nicht bestätigen. Gerüchte, dass der Banker auf der Flucht war, widerruft der Vater des Ex-Bankers: „Er war daheim und hätte jederzeit verhaftet werden können.“

 

Arg. Der Inhaftierte umging alle Bankkontrollen.BILDERBOX

 

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