Erstellt am 03. Juni 2013, 12:49

Baubeginn für B50-Umfahrung Schützen - Gegner fordern Stopp. Zwischen Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) und Donnerskirchen arbeiten seit Montag früh die Baumaschinen.

Landeshauptmann Hans Niessl(S) und Landesrat Helmut Bieler (S) gaben den Startschuss für die zweite Etappe zum Bau der B50-Umfahrung Schützen. Kritik an dem Projekt, das ursprünglich als Schnellstraßen-Teilstück zur Verlängerung der S31 geplant war, kam erneut vom Umweltdachverband: Dessen Präsident Gerhard Heilingbrunner forderte ebenso wie die Grünen einen sofortigen Baustopp.

Nach Diskussionen und Protesten war 2010 die Entscheidung gefallen, statt der Verlängerung der S31 nördlich der Gemeinde Schützen eine zweispurige Umfahrung zu bauen. Rund um das neue Projekt kam es zu juristischen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern, Grundeigentümern - darunter die Esterhazy Betriebe - und dem Land Burgenland.

In der ersten Phase, die im Vorjahr begonnen wurde, waren bereits Brücken errichtet worden. "Nachdem alle Bescheide da sind und keiner bauaufschiebende Wirkung hat", habe man sich entschlossen, heute den Baubeginn für den zweiten Teil durchzuführen, so Bieler am Montag.

Die Vorgangsweise des Landes sei Rechtens. Sämtliche "Spitzfindigkeiten", um das Projekt zu verzögern oder gar zu verhindern, seien "mit dem heutigen Tag beendet", erklärte der Straßenbaulandesrat. Die Kosten für die zweite Bauphase bezifferte er mit 13 Millionen Euro.

"Wir haben hier alle Einsprüche auch entsprechend entkräftet", erklärte Niessl. Rund 18.000 Pkw und Lkw würden täglich durch Schützen fahren, so der Landeshauptmann. Durch die 5,2 Kilometer lange Umfahrung würde sich der Verkehr in Schützen am Gebirge auf rund 2.600 Fahrzeuge pro Tag reduzieren. Einem zügigen Bauverlauf stehe nun "nichts im Wege", sagte Niessl.

Der Umweltdachverband kritisierte am Montag erneut, dass für das Projekt keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt worden sei. Diese müsse "unverzüglich" nachgeholt werden. Außerdem befürchte man eine "hochgradige Gefährdung einzigartiger archäologischer Kulturdenkmale" im Bereich der geplanten Trasse.

"Die Ausschreibungsbedingungen für das Projekt drängen die Baufirmen nachgerade zu einem schlampigen Umgang mit dem kulturellen Erbe“, erläuterte Raimund Karl, Professor für Archäologie an der Bangor Universität.

Ein Baustopp, wie ihn der Umweltdachverband fordere, sei laut Bundesdenkmalamt "in keinem Fall notwendig", hatte Landesrat Bieler zuvor beim Start der Bauarbeiten erklärt. Zudem habe man von der UVP-Behörde den Bescheid, dass keine UVP notwendig gewesen sei.