Erstellt am 16. März 2016, 05:54

von Elisabeth Kirchmeir

Beamter mit Gewalt bedroht. Ein türkischer Staatsbürger ließ einem Mitarbeiter des Sozialamtes ausrichten, er werde ihm „den Hals aufschneiden“.

Einsatz. Die Polizei wurde nach der Drohung ins Rathaus gerufen. Das Urteil lautete auf 7,5 Monate Freiheitsstrafe, wovon 2,5 Monate verbüßt werden müssen.  |  NOEN, BVZ
Seinem Ärger machte ein 40-jähriger türkischer Staatsbürger am 26. November 2015 im Sozialamt der Stadt Eisenstadt lautstark Luft: Er werde, so kündigte er an, mit „zehn Tschetschenen kommen“, einem (damals nicht persönlich anwesenden) Mitarbeiter des Sozialamtes „den Hals aufschneiden“ und diesen „durch die Fußgängerzone schleifen“.

Alkohol im Spiel: „Dunst schlug mir entgegen“

Vorige Woche sollte sich der Mann wegen dieser Drohungen am Landesgericht verantworten. Hatte er noch beim ersten Termin einige Wochen zuvor behauptet, er brauche dringend einen Dolmetscher, so erschien er diesmal gleich gar nicht mehr, weshalb Richter Wolfgang Rauter in Abwesenheit des Angeklagten verhandeln musste.

Der Mann sei am 26. November deutlich alkoholisiert gewesen, als er im Eisenstädter Rathaus auftauchte und Geld forderte, berichtete ein Mitarbeiter des Sozialamts.

„Der Dunst schlug mir entgegen“, erinnerte sich der Zeuge. „Wir lassen uns schon viel gefallen, aber das hat jedes Maß überschritten“, fügte seine Kollegin hinzu.

Anzeige erstattet und Security angefordert

Beide nahmen die Drohungen ernst. Sie informierten den betroffenen Kollegen und den Bürgermeister und erstatteten Anzeige bei der Polizei. Für den nächsten Tag wurde Security für das Rathaus angefordert.

Der bedrohte Mitarbeiter berichtete, dass der Angeklagte als Bezieher der bedarfsorientierten Mindestsicherung am Sozialamt immer wieder kurzfristige finanzielle Aushilfen verlangt habe.

„Er tauchte öfter auf und verlangte lautstark Geld. Als ich ihn einmal des Zimmers verwies, warf er die Türe so heftig zu, dass die Wände wackelten“, erinnerte sich der Mitarbeiter.

Das Urteil lautete auf 7,5 Monate Freiheitsstrafe, wovon 2,5 Monate verbüßt werden müssen. „Der Angeklagte legte ein Verhalten an den Tag, das indiskutabel war“, erklärte der Richter. „Wie kommen die Mitarbeiter des Magistrats dazu, sich beschimpfen zu lassen?“