Erstellt am 30. Dezember 2015, 12:57

von APA/Red

Bedingte Haftstrafen für Trio nach Diebestour in Parndorf. Zerknirscht und mit hängenden Schultern saßen am Mittwoch drei junge Männer im Landesgericht Eisenstadt auf der Anklagebank.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
Die Staatsanwaltschaft warf den Beschuldigten im Alter von 19 bis 22 Jahre Diebstahl von Markenkleidung im Wert von rund 6.000 Euro im Designer Outlet in Parndorf vor. Sie wurden nicht rechtskräftig zu bedingten Haftstrafen von fünf bzw. sechs Monaten verurteilt.

Auf die Idee, stehlen zu gehen, seien sie während der Fahrt nach Österreich gekommen, erzählten die Beschuldigten vor Gericht. Sie hätten von Freunden gehört, "dass das funktioniert hat", schilderte einer. Alle Drei zeigten sich voll geständig und gaben zu, gemeinsame Sache gemacht zu haben: Einer habe mit einer Kralle die Diebstahlsicherungen entfernt, der Zweite das Diebesgut - unter anderem zwei Jacken, Jeans, eine Unterhose und einen Herrenpullover - in einen Rucksack gesteckt und diesen dem dritten Beteiligten übergeben, der ihn zum Auto trug.

"U-Haft war schwerste Zeit meines Lebens"

Die Kleidung wurde aus Geschäften von Armani, Hugo Boss, Moncler und Burberry gestohlen. Die Kralle habe er "von einem Freund" bekommen, beantwortete der 19-jährige Erstangeklagte die Frage von Einzelrichterin Gabriele Nemeskeri. Er habe sie aber nicht benutzt, sondern aus Angst an den Drittangeklagten weitergegeben. "Ich habe Geld gebraucht, ich möchte auch meiner Familie ein bisschen finanziell helfen über die Feiertage", erläuterte dieser seine Beweggründe, bei dem Diebstahl mitzumachen. Er habe nicht bewusst teure Geschäfte ausgesucht, sondern solche, deren Namen er kannte.

Alle Drei versprachen vor Gericht mehrfach, sich zu bessern. "Für mich waren das die schwersten zwei Wochen meines Lebens", meinte der 19-Jährige über seine Untersuchungshaft, die nach dem am 18. Dezember verübten Diebstahl verhängt worden war. Was er nun machen wolle, fragte ihn die Richterin. "Nach Hause zu den Eltern gehen, in die Kirche und nie wieder etwas anderes machen", bekam sie zur Antwort. Der Zweitangeklagte erzählte, er wolle sich eine Arbeit suchen. Der Dritte sagte, er wolle seine Ausbildung zum Frisör weitermachen.

"Das reumütigste Geständnis aller Zeiten"

So kurz wie das Beweisverfahren waren auch die Plädoyers: Die Staatsanwältin verlangte eine schuld- und tat-angemessene Bestrafung. "Wir haben das reumütigste Geständnis aller Zeiten gehört. Ich bitte um ein mildes Urteil", sagte der Verteidiger des Zweit- und Drittangeklagten.

Die Richterin sprach alle drei des schweren gewerbsmäßigen Diebstahls schuldig. "Erschwerend war kein Umstand zu werten", mildernd wirkten sich neben der Unbescholtenheit das reumütige Geständnis und der ordentliche Lebenswandel aus, erläuterte Nemeskeri. Beim Erstangeklagten, der fünf Monate bedingt erhielt, habe sie aufgrund seines Alters noch um einen Monat unter die Mindeststrafe gehen können. Alle drei könnten noch am Mittwoch aus der Untersuchungshaft entlassen werden.

Die Verfahrenskosten wurden für uneinbringlich erklärt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Verurteilten nahmen die Strafe an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.