Erstellt am 18. Juni 2014, 09:58

von Bettina Eder

Beim Ausflug geneppt!. Ausflug des Pensionistenverbandes Eisenstadt endete mit 4.000 Euro teuren Sesseln. Die Betroffenen wandten sich nun verzweifelt an die Arbeiterkammer und die BVZ.

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Was als „Info über die steirische Thermenregion“ beim Ausflug des Pensionistenverbandes angekündigt wurde, entpuppte sich als Werbefahrt. Topfsets um mehrere hundert Euro, Massagesessel um 4.000 Euro und vieles mehr wurde den Pensionisten über mehrere Stunden hinweg schmackhaft gemacht. Einige davon kauften.

Rücktrittsrecht nur sieben Tage nach der Reise

Was folgte, war die Reue. „Ich hab’ nicht geglaubt, dass ich so dumm sein kann“, den Satz hört Christian Koisser vom Konsumentenschutz der Arbeiterkammer in dem Zusammenhang öfters. Bei ihm ist der Fall jetzt aktenkundig, nachdem sich Betroffene gemeldet haben. „Da hab ich keine richtig freie Willensbildung und sitz‘ geschulten Verkäufern gegenüber, die mit allen Wassern gewaschen sind“, erklärt Koisser.

Ein Rücktrittsrecht vom Kauf hat man übrigens nur sieben Tage nach der Reise. Koisser rät jedoch, sich auch dann noch bei der AK zu melden.

Franz Grillenberger, Landeschef des Pensionistenverbandes (PV), ist entsetzt und hört von dem Fall zum ersten Mal: „Wir warnen unsere Pensionisten ja davor. Die Verkäufer arbeiten gerissen. Die Leute werden fast genötigt und die arbeiten mit allen Tricks.“

„Da hat‘s keine psychologischen Tricks gegeben“

Ganz anders sieht das die Einladerin des Ausfluges, Melitta Martinek, Obfrau des PV Eisenstadt. Sie wusste im Vorfeld, dass dort Dinge vorgestellt werden. Für sie sind aber jene, die etwas gekauft haben, selber schuld: „Ich hab’ mich eh gewundert. Die, die so was Teueres bestellt haben, sind nämlich sonst so happig und gierig. Niemand ist gezwungen worden. Jeder ist selbst verantwortlich. Da hat‘s keine psychologischen Tricks gegeben.“ Sie selbst hat übrigens auch etwas gekauft, allerdings weit günstiger.

Ihre Lehre aus dem Vorfall: „Ich werde halt solche Leute nicht mehr mitnehmen.“ Die Fahrten bleiben allerdings, „… wenn es die Leute interessiert, na klar.“ Zusammengestellt wurde der Ausflug laut Infoblatt übrigens von einem Reiseveranstalter. Dieser hat just die gleiche Adresse wie der Verkaufsshop, der die Sessel um 4.000 Euro verkauft hat.