Erstellt am 02. Dezember 2015, 02:28

von Elisabeth Kirchmeir

Belästigung mit SMS. Ein gebürtiger Türke bombardierte seine Ex-Lebensgefährtin mit zahlreichen Nachrichten.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Von 15. Juni bis 30. Oktober 2014 schickte ein 47-jähriger gebürtiger Türke mit österreichischer Staatsbürgerschaft seiner Ex-Lebensgefährtin, einer Heurigenwirtin aus dem Bezirk Eisenstadt, 15 bis 20 SMS pro Tag. Nun wurde er wegen beharrlicher Verfolgung verurteilt.

„Wenn man streitet, sagt jeder so etwas“

„Ich schickte ihr SMS, weil ich den Kontakt mit ihr halten wollte“, hatte der Mann bereits am ersten Prozesstag im März 2015 die Tathandlungen zugegeben.

Er soll seine Ex-Freundin und deren Familie mit derben und ordinären Schimpfwörtern beschimpft und bedroht haben. „Ich weiß nicht, ob ich das gemacht habe“, hatte der Angeklagte zu diesem Vorwurf erklärt.
Und: „Wenn man streitet, sagt jeder so etwas.“

Mit seiner Ex-Freundin habe er sich versöhnt. Die Frau entschlug sich vor Gericht der Aussage.

Gutachter analysierte verschickte SMS

Da somit ihre Aussagen nicht verwertet werden durften, musste ein Gutachter die auf einem USB-Stick gespeicherten SMS des Angeklagten überprüfen.

Das Gutachten lag nun vor, die in der Anklage erhobenen Vorwürfe wurden weitgehend bekräftigt. Freigesprochen wurde der Mann nur von dem Vorwurf, er habe seine Ex-Freundin mit dem Umbringen bedroht.

Diese Aussage bewertete Richterin Birgit Falb als „milieubedingte Unmutsäußerung“, die nicht ernst gemeint gewesen sei. Fest stehe hingegen, dass der Angeklagte seine Ex-Freundin mit SMS bombardiert und mit unschönen Äußerungen belästigt habe.

Die Strafe fiel gering aus: ein Monat Zusatzstrafe zu einer bereits vor einem Jahr verhängten dreimonatigen Strafe.