Erstellt am 29. Dezember 2010, 00:00

Betrüger: Mehr als acht Millionen weg. UNTERSCHLAGEN / Ein langjähriger Mitarbeiter der Eisenstädter Oberbank soll sich an Kundengeldern bedient haben.

 |  NOEN
x  |  NOEN

EISENSTADT / Ein langjähriger Mitarbeiter der Oberbank-Filiale Eisenstadt soll laut ersten Berechnungen 8,2 Millionen Euro an Kundengeldern veruntreut haben. Dies bestätigt auch die Staatsanwaltschaft Eisenstadt, bei der Anzeige gegen den Bank-Angestellten eingebracht wurde. „Der Tatzeitraum liegt zwischen 2006 und Dezember 2010. Seit 23. Dezember sitzt der Verdächtige in der Justizanstalt Eisenstadt in Untersuchungshaft“, lässt Theresia Schneider-Ponholzer von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt wissen.

Monatliches „Zubrot“  von 17.000 Euro

Der Banker dürfte sich in dem angegebenen Tatzeitraum – umgerechnet auf die kolportierte Summe von 8,2 Millionen Euro – ein monatliches Zubrot von mehr als 17.000 Euro „genehmigt“ haben. Gerüchten zufolge soll er das Geld in seine Unternehmen in Ungarn und in seine Häuser im Bezirk Eisenstadt-Umgebung investiert haben. Angeblich soll er sich nach Auffliegen der Straftaten versteckt haben, um über das Ausmaß seiner Taten und wie er damit umgehen soll, nachzudenken. Die Staatsanwaltschaft wollte dies nicht kommentieren.

Der aus dem Nordburgenland stammende Mitarbeiter genoss, laut Oberbank, in hohem Ausmaß das Vertrauen der Bank und der Kunden. „Es ist sichergestellt, dass die betroffenen Kundenkei-

nen finanziellen Schaden erleiden“, betont Oberbank-Direktor Franz Gasselsberger. Die Oberbank hat für derartige Fälle eine Versicherung abgeschlossen.

Oberbank informiert  geschädigte Kunden

Der Schaden wird den Kunden vollständig ersetzt. „Es kommen keine Belastungen auf die Kunden zu“, versichert man in der Oberbank-Zentrale in Linz.

Die Oberbank schickte Informationsschreiben an die Kunden aus, um diese zu beruhigen. Aus der Linzer Zentrale ist zu hören: „Wir werden mit den direkt betroffenen Kunden persönliche Gespräche führen.“ Der Mitarbeiter wurde nach Aufdecken der Unregelmäßigkeiten sofort fristlos entlassen.

Die Höchststrafe liegt  bei zehn Jahren Haft

Gegenstand der Ermittlungen ist jetzt zu erfahren, wie der Mitarbeiter vorgegangen sein könnte. „So viel steht fest: Er hat sich über alle internen Kontrollinstanzen des Unternehmens hinweggesetzt. Aufgedeckt wurde der Fall aber durch die eigene Kontrolle“, berichtet Oberbank-Sprecher Frank Helmkamp und ergänzt: „In unserer 140-jährigen Geschichte ist so etwas das erste Mal passiert.“

Ob der Verdächtige das Geld jemals zurückzahlen wird müssen, weiß man zum jetzigen Zeitpunkt in der Oberbank noch

 

nicht. Hierzu müsse man erst einmal die Ermittlungen und das Gerichtsurteil abwarten. „Die Höchststrafe für derartige Vergehen liegt bei zehn Jahren“, stellt Theresia Schneider-Ponholzer von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt fest.

Jeden Kontoauszug  genau kontrollieren

Damit man als Bankkunde keine bösen Überraschungen erlebt, rät Eva Schreiber von der Konsumentenschutzabteilung der Arbeiterkammer (AK): „Jede Kontobewegung, jede Buchung und jeden Kontoauszug des Geldinstitutes sollte man genau kontrollieren.“

Anzeige erstattet. Oberbank-Direktor Franz Grasselsberger.

x  |  NOEN