Erstellt am 28. November 2012, 00:00

Bettler schlug zu. Gefährlich / Rumänische Bettler hatten es auf einen 78-jährigen Pensionisten aus Eisenstadt abgesehen. Weil er kein Geld gab, gab es Hiebe.

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Von Nina Sorger und Doris Fischer

EISENSTADT / Im wahrsten Sinne des Wortes mit einem blauen Auge kam ein 78-jähriger Mann davon, als er in der vergangenen Woche in seinem Haus am Hartlsteig von rumänischen Bettlern angegriffen wurde. „Eine Frau mit einem Kind – ich hatte die beiden schon öfter bei uns getroffen und ihnen auch immer wieder etwas Geld gegeben – läutete bei mir und bat um Geld. Als ich ihr nichts geben wollte, bat sie um einen Apfel für das Kind. Ich ging einen holen, da war das Kind schon in meinem Haus, und die Frau blockierte die Tür. Und plötzlich war auch noch ein Mann da“, schildert der Pensionist, wie es zu dem Vorfall kam.

Polizei sind derartige Vorfälle nicht bekannt

Er erinnert sich weiter: „Auch der Mann wollte Geld – aber so richtig aggressiv – und stellte den Fuß in die Tür. Ich drohte mit der Polizei, und da bekam ich einen Tritt. Und als ich ihn anschaute, hatte ich auch schon seine Faust im Gesicht und ging zu Boden.“

Die Bettler rannten daraufhin davon. Der Mann rief die Polizei. „Einen derartigen Fall haben wir in Eisenstadt und im ganzen Bezirk Eisenstadt-Umgebung noch nicht gehabt“, versichert Stadtpolizeikommandant Friedrich Tinhof. Am Hartlsteig, wo neben dem 78-jährigen Witwer vor allem ältere, alleinstehende Frauen wohnen, geht nun die Angst um, wie der Mann erzählt: „Meine Nachbarin, die auch noch gesehen hat, dass der Mann bereits vor dem Gartentor gewartet hat, als die Frau bei mir läutete, fühlt sich nicht mehr wohl. Als Frau kann man sich in so einer Situation ja noch weniger wehren als ich.“ Ihm ist vor allem wichtig, dass vor solchen Bettlerbanden gewarnt wird: „Die Polizei sollte viel mehr darüber informieren. Das sind ja organisierte Bettlerbanden, wie mir die Polizisten erklärt haben, und gerade am Stadtrand sind sie sehr oft unterwegs. Die Leute sollen diesen Bettlern bloß kein Geld geben und, wenn’s an der Tür läutet, immer schauen, wer davor steht. Ich habe mir zu lange nichts dabei gedacht, aber in Zukunft werde ich sicher niemandem mehr die Tür aufmachen, den ich nicht kenne“, warnt der Pensionist, der sich - aufgrund seines schmerzenden blauen Auges – noch länger an den Vorfall erinnern wird.